Donnerstag, 02. September 2021

Über 70 Prozent der Italiener sind bereits durchgeimpft – Südtirol Schlusslicht

Über 70 Prozent der Italiener über 12 Jahren haben beide Covid-19-Impfungen erhalten. Dies berichtete Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch.

In Italien sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung durchgeimpft – Südtirol bildet jedoch das Schlusslicht.
In Italien sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung durchgeimpft – Südtirol bildet jedoch das Schlusslicht. - Foto: © BARBARA GINDL
„Dies ist ein wichtiges Ergebnis, das dank der Arbeit vieler Menschen erreicht wurde. Ein besonderer Dank gilt den Männern und Frauen des Gesundheitsdienstes und allen Freiwilligen, die selbst im Sommer eine der größten Herausforderungen, die unser Land je zu bewältigen hatte, vorangebracht haben“, sagte Speranza.

Der Berater Speranzas, Walter Ricciardi, ehemaliger Leiter des Höheren Gesundheitsinstituts (ISS), sagte, dass ältere und geschwächte Menschen ab Herbst eine dritte Dosis Impfstoff erhalten sollten.

„Das strategische Ziel ist es, die große Mehrheit der Italiener bis Ende des Jahres zu impfen. Im Moment sind wir bei 70 Prozent, wir müssen die Quote von 80 Prozent überschreiten. Das ist das Mindestziel, um dem Land eine gewisse Sicherheit zu gewährleisten, aber das Optimum wären 90 Prozent“, sagte Ricciardi.

„Wir müssen daher alle Überzeugungsinstrumente einsetzen, wir müssen all diejenigen ansprechen, die noch nicht geimpft sind, indem wir zum Beispiel die Hausärzte stärken, ihre Patienten zu erreichen, die möglicherweise in benachteiligten Gebieten leben oder Angst vor der Impfung haben und einzeln überzeugt werden müssen. Nur so können wir Tausende von Todesfällen vermeiden“, betonte der Experte.

In Italien gelten seit diesem Mittwoch verschärfte Corona-Regeln.

Wer mit Fernbussen oder im Bahnverkehr mit Hochgeschwindigkeits-sowie Intercity-Zügen reist, braucht einen Nachweis, dass er gegen Covid-19 geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Diesen Green Pass genannten Nachweis gibt es digital, er kann auch ausgedruckt werden. Für den öffentlichen Nahverkehr ist es nicht nötig.

Weitere Regeln gelten für das im September wieder beginnende Schuljahr.

Südtirol in Sachen Impfen weiter abgerutscht

Südtirol hingegen bleibt in Sachen Impfen ein Schlusslicht.

Verimpfte Dosen im Verhältnis zu den gelieferten, Bürger mit Erstimpfung, Bürger mit komplettem Impfschutz: In allen 3 Kategorien ist Südtirol italienweit Schlusslicht. Die Daten stammen von der gesamtstaatlichen Agentur für die Gesundheitsdienste der Regionen, Stand: 30. August 10 Uhr.

Beim Anteil der einmal geimpften Bevölkerung scheint Südtirol mit einem Wert von 60,7 Prozent auf: Das bedeutet den letzten Platz hinter Sizilien (62,7) und Kalabrien (63,7 Prozent).

Vom vorletzten auf den letzten Platz abgerutscht ist Südtirol schließlich in Sachen Impf-Komplettschutz.

Anfang August war laut oben genannter Agentur das Trentino mit 44,3 Prozent das Schlusslicht dieses Rankings; Südtirol lag mit 47,5 Prozent knapp davor. Jetzt scheinen in Südtirol 54,3 Prozent komplett Geimpfte auf – das bedeutet den letzten Platz. Im Trentino sind es 57,7 Prozent – fünftletzter Platz.

apa/stu