Dienstag, 13. Januar 2015

Über 90 Tote durch gepanschten Alkohol

In Nordindien sind mindestens 27 Menschen durch gepanschten Alkohol ums Leben gekommen. Erst am Wochenende hatte ein ähnlicher Fall mindestens 67 Menschen im südostafrikanischen Staat Mosambik das Leben gekostet.

Der Handel mit gepanschtem Alkohol floriert.
Der Handel mit gepanschtem Alkohol floriert. - Foto: © shutterstock

Zugetragen hat sich der Fall in Lakhnau. Derzeitiger Stand: Mindestens 27 Tote.

120 weitere werden mit Vergiftungen in Krankenhäusern des Bundesstaats Uttar Pradesh behandelt, wie ein Sprecher der Gesundheitsbehörde mitteilte. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, meldete die Nachrichtenagentur IANS. Er soll den gepanschten Schnaps in der Region vertrieben haben.

Insgesamt seien 16 Beamte und Polizisten wegen Pflichtverletzung im Zusammenhang mit dem Vorfall suspendiert worden. In Indien floriert der Handel mit gepanschtem Alkohol, viele Menschen können sich keine lizenzierten Spirituosen leisten.

69 Tote in Mosambik nach Trauerfeier 

Mindestens 69 Menschen sind in Mosambik nach dem Konsum von selbst gemachtem Bier gestorben. Trauergäste hätten auf einer Beerdigung das Gebräu zu sich genommen, teilte das Gesundheitsministerium in Maputo mit. Etwa 170 Personen würden noch behandelt.

Demnach hat die Trauerfeier am Freitag stattgefunden, am Wochenende seien dann die ersten Menschen mit Durchfall und Muskelkrämpfen in den lokalen Krankenhäusern erschienen. Dort kämpfen die Ärzte um das Überleben der Patienten: "Die Behandlung schlägt nicht richtig an. Wir können die Symptome nicht richtig behandeln. Es ist wie ein Krieg, in dem man den Feind nicht kennt. Wir konnten die Ursache nicht einwandfrei identifizieren, wir wissen nicht, was die Vergiftungen ausgelöst hat. Wir haben versucht, die Leute zu stabilisieren. Es ging ihnen dann auch kurzzeitig etwas besser. Aber dann sind sie plötzlich doch verstorben."

Die Behörden haben Proben des Getränkes genommen und die Brauutensilien beschlagnahmt. Laboruntersuchungen sollen nun Hinweise zu möglichen Giftstoffen geben.

Selbstgebrautes aus Mais, Sorghum und anderen Getreidearten ist in Afrika weit verbreitet. Bei großen Feierlichkeiten wie Hochzeiten oder Beerdigungen werden oft große Menge dieser Getränke konsumiert.

dpa/stol/ker

stol