In den 1960er-Jahren haben Pioniere mit ihren Privatinitiativen in Rein, aber auch in Kasern und Michlreis, den Grundstein für den Skisport im Tauferer Ahrntal gelegt. In Rein waren es die Väter von Hans Berger und Matthias Steinkasserer, die mit 2 kleinen Liften auch ein Standbein für den Wintertourismus im knapp 400 Einwohner zählenden Bergdorf geschaffen haben. <h3> „Mit Fahrradfelgen und darauf befestigten Brettern wurde eine kleine Pistenwalze gebaut“</h3>„Mein Vater hat Anfang der 60er-Jahre mit einem Ingenieur aus Bozen einen 300 Meter langen Schlepplift geplant und in Trient alle behördlichen Genehmigungen eingeholt“, erzählt Hans Berger, ehemaliger Landesrat und Skischulleiter. Der Dorfschmied und ein Materialseilbahnbauer von St. Moritzen wurden mit der Produktion beauftragt und der Schlepplift dann hinter der Kirche und der damaligen Schule aufgestellt. Die Piste wurde mit Skiern von der Dorfjugend „getreten“, die dafür 10-mal kostenlos mit dem Lift fahren durfte. <BR /><BR />„Später wurde mit Fahrradfelgen und darauf befestigten Brettern eine kleine Pistenwalze gebaut, die mit dem Schlepplift hinaufgezogen und von einem oder mehreren Skifahrern im Neuschnee nach unten gelenkt wurde“, sagt Berger. Er ist seit 1972 staatlich geprüfter Skilehrer und erinnert sich noch gut an seine ersten Ski in Schulzeiten: „Esche – 20-fach verleimt“.<BR /><BR />Mitte der 70er-Jahre zog Benjamin Steinkasserer vom Gasthof Pichlerhof nach und errichtete einen weiteren Schlepplift etwas taleinwärts. Vor 25 Jahren wurde der Pichllift zu einem Sessellift umgebaut und die Piste, die früher die Straße überquerte, durch eine vom ihm finanzierte Überführung abgesichert.<h3>Überleben nur dank Unterstützung des Landes</h3>Der Bergerlift ist ein Schlepplift geblieben. 1986 wurde das Werk des Schmiedes durch einen gebrauchten Langbügelschlepper ersetzt, und 30 Jahre später an dessen Stelle mit Unterstützung des Landes und in Gemeinschaft mit dem Grundeigentümer der Talstation, den Brüdern Andreas und Max Holzer, ein neuer Schlepplift der Firma Leitner errichtet. Auch ein Rollteppich für die ganz Kleinen kam dazu.<BR /><BR />Damals wie heute werden die beiden Dorflifte, die in einem örtlichen und mit der Skiworld Ahrntal auch überörtlichen Kartenverbund genutzt werden können, von den Eigentümern getragen, „und ohne unsere Gastbetriebe hätten wir wohl lange zugesperrt“ sagen sie. Denn das Liftgeschäft in Rein ist keines. Nur dank der Unterstützung des Landes für die Dorflifte können die Verluste von den Betreibern geschultert werden und die Lifte überleben.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1119144_image" /></div> <BR /><BR />300 Meter lang war und ist der Schlepplift gleich hinter der Kirche. Seit den 1960er-Jahren kann man sich dort den Hang hinaufschleppen lassen. „Der heutige Lift wurde vor 9 Jahren gebaut und zugleich wurde ein Rollteppich für die kleinen Skifahrer errichtet“, erzählt Liftbetreiber Hans Berger. <h3> „Wir haben einen Auftrag für die Dorfbevölkerung“</h3>„Wir haben einen Auftrag für die Dorfbevölkerung, die Dorfjugend und den Winterbetrieb in Rein, dem fühlen wir uns verpflichtet“, sagen die Liftbetreiber. „Auch wenn wir uns, so wie alle anderen Dorflifte im Land, vom Tourismusverein oder der Gemeinde eine Unterstützung erwartet hätten.“ Trotzdem: Ans Zusperren haben sie nie gedacht. „Das wäre auch das Ende des Wintertourismus in Rein“, sagt Matthias Steinkasserer, der aktuelle Skischulleiter. „Entgegen der Voraussagen hat sich gezeigt, dass allein mit Langlauf und Winterwandern keine Gästebetten langfristig ausgelastet werden.“<BR /><BR />Die Eigentümer stehen nicht nur hinter ihren Liften und den 4 Pistenkilometern, sondern vor allem hinter dem Skisport, der in erster Linie bei Einheimischen wieder populärer werden sollte. Deshalb haben sie eine besondere Initiative gestartet: An jedem Samstag gibt es freien Liftzugang. Ansprechen möchte man damit vor allem die ganz Kleinen, die Schulkinder und deren Eltern – nicht nur aus Rein. „Egal ob Südtiroler oder Urlauber – das Drehkreuz an unseren Liften steht samstags für alle offen“, sagen Steinkasserer, Berger und Holzer. Und wenn ein paar mehr die Liebe zum Skifahren entdecken und auch zum Bergdorf Rein, dann sei das Ziel erreicht.