<b>von Elmar Pichler Rolle</b><BR /><BR />30 Jahre lang hatte die Familie Bernardi ihre Wiese entlang des Wanderweges im Annatal der Gemeinde St. Ulrich als Spielplatz zur Verfügung gestellt. Für eine ziemlich bescheidene Summe, wie Bürgermeister Tobia Moroder und Noah Bernardi übereinstimmend feststellen. Das ist aber auch schon die einzige Übereinstimmung, denn ansonsten konnten sich die beiden Parteien überhaupt nicht verständigen.<BR /><BR />Noah Bernardi, 23 Jahre jung und Student an der Universität Innsbruck, war voller Begeisterung und mit der Idee an die Gemeinde St. Ulrich herangetreten, auf seinem Grund einen „Treffpunkt für die Einheimischen“ zu schaffen. Der junge Mann hat klare Vorstellungen: „Die Jugend und unsere Vereine sollen endlich einen eigenen Platz haben und die Preise eines bewusst gestalteten, reduzierten Gastlokals sollen ebenfalls ganz auf die Einheimischen ausgerichtet sein, damit es im Tal endlich auch etwas für alle Grödnerinnen und Grödner gibt.“<BR /><BR />Bernardi formulierte den Vorschlag, legte ein Projekt bei und leitete alles an den Bürgermeister weiter. Daraufhin kam es zu mehreren Aussprachen, aber nach vielen Monaten noch immer zu keinem verbindlichen Ergebnis. „Wie denn auch“, sagt Bürgermeister Moroder auf Anfrage. „Im landwirtschaftlichen Grün – zumal in einer Bannzone – kann man nicht so einfach mir nichts, dir nichts eine Tourismuszone ausweisen.“ Man habe daher eventuell eine Zone für öffentliche Einrichtungen ins Auge gefasst. Die Idee dahinter wäre, dass die Familie Bernardi die Hütte selbst errichtet, 99 Jahre betreibt und dann alles auf die Gemeinde St. Ulrich übergeht.<BR /><BR />„Eine Einkehrmöglichkeit für die Grödner soll es werden und endlich würde es auch Toiletten geben, damit die Menschen ihre Notdurft nicht mehr im Wald verrichten müssen“, sagt Noah Bernardi. <BR /><BR />„Das Projekt, das uns vorgelegt wurde, umfasst gut und gerne eine Gesamtfläche von 500 Quadratmetern, immerhin die Hälfte davon wäre für eine Gastronomie vorgesehen – eine ganz schön große Hütte“, meint Ulrichs Bürgermeister.<BR /><BR />Dennoch. Man war im Gespräch. Dann aber folgte ein weiteres Schreiben der Besitzerfamilie Bernardi mit der Kündigung bzw. Nichtverlängerung des Pachtvertrages für die Wiese. Die Gemeinde ließ daraufhin die Spielgeräte wegschaffen. Beide Seiten werben nun um Verständnis. „Ich wollte nur ein Zeichen geben, damit es nach dem langen Warten endlich weitergeht“, sagt Noah Bernardi. „Wir können und wollen uns nicht unter Druck setzen lassen“, sagt hingegen der Bürgermeister und fügt hinzu, „darin waren sich alle Räte einig.“<BR /><BR />Die Idee gefällt freilich weiterhin. Ob und wie es überhaupt zu einer Lösung kommen könnte, weiß aber niemand zu sagen. Der Spielplatz jedenfalls ist futsch. Vorerst.