„Die eigentliche Leistung ist die mentale Leistung“, sagte Michael Larcher am Dienstag. Es sei eine „sehr reife Entscheidung“ von den vier Deutschen gewesen, eine Schneehöhle zu errichten und eine Wetterbesserung abzuwarten.Ein ungeschulter Anfänger wäre in der selben Lage vermutlich in Panik geraten und hätte versucht, trotz schlechter Verhältnisse weiter zu gehen. In dem stark spaltendurchsetzten Gebiet hätte dies „mit großer Wahrscheinlichkeit das Todesurteil bedeutet “, sagte Larcher.Das Wichtigste sei, sich in solchen Situationen der Kälte und dem Wind zu entziehen, der das Auskühlen weiter beschleunige. Zusätzlich zu den Witterungsverhältnissen komme auch noch Erschöpfung dazu. Ohne Schutz könne die Kombination aus diesen Faktoren innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Eine große Gletscherfläche wie im Großvenedigergebiet erschwere die Orientierung enorm. „Es gibt keine schwierigere Situation, als Nebel am Gletscher“, erklärte Larcher.Wenn man sich in der Nähe eines Hanges befinde, sei eine Schneehöhle die beste Variante, um sich vor dem Wind und der Kälte zu schützen. Befindet man sich im Flachen, sei der Bau eines Iglus möglich. Dabei türmt man einen Schneehaufen auf, den man dann innen aushöhle. Der Schnee isoliere sehr gut. Innerhalb eines solchen Iglus oder einer Schneehöhle betrage die Temperatur zwischen Null und Fünf Grad Celsius, gab Larcher an. Überleben sei so durchaus mehrere Tage möglich. Grundsätzlich riet er allen Bergsportler dazu, sich entsprechend schulen und ausbilden zu lassen. Nur wenn man richtiges Verhalten gelernt habe, sei man in einer solchen Extremsituation in der Lage, richtig zu reagieren. apa