Montag, 15. Oktober 2018

Überschwemmungen in Südfrankreich: Jetzt schon 13 Tote

Bei starkem Regen und Überschwemmungen im Süden Frankreichs nach jüngsten Angaben mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Das teilten die Rettungskräfte am Montag mit. Zunächst war von sechs Toten die Rede gewesen, besonders betroffen war das Departement Aude. Fernsehbilder zeigten Straßen, die sich in reißende Flüsse verwandelt hatten. Autos wurden fortgeschwemmt.

13 Menschen kamen ums Leben.
13 Menschen kamen ums Leben. - Foto: © APA/AFP

Zahlreiche Bäche und Flüsse traten über die Ufer. Der zuständige Präfekt sagte dem Sender LCI, in der Nacht auf Montag sei innerhalb weniger Stunden so viel Regen gefallen wie normalerweise in einem halben Jahr. Die Schulen im Departement blieben geschlossen, viele Straßen waren gesperrt, der Zugverkehr war mancherorts unterbrochen, wie die Präfektur auf Twitter mitteilte. Die Menschen waren zwischenzeitlich aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Mehrere Hundertschaften der Feuerwehr waren im Einsatz.

In der Gemeinde Trebes östlich von Carcassonne erreichte das Hochwasser nach Behördenangaben einen Stand von rund sieben Metern. Eine Anrainerin sagte dem Sender BFMTV, wenn sie aus dem Fenster schaue, sehe sie nichts als Wasser. Am frühen Morgen habe sie beobachtet, wie Menschen durch die Wassermassen auf der Straße vor ihrem Haus geschwommen seien.

Drei der Toten wurden Medienberichten zufolge in den Kommunen Villardonnel und Villegailhenc nördlich von Carcassonne gefunden. Ein Mensch wurde verletzt, als ein Haus in Cuxac einstürzte, wie der Präfekt zu BFMTV sagte. Die Bewohner der Kommune wurden Montagfrüh in Sicherheit gebracht, genau wie die Bewohner der Gemeinde Pezens.

Erst am vergangenen Donnerstag hatten starke Regenfälle in Südfrankreich zwei Todesopfer gefordert. Damals waren bei der Gemeinde Sainte-Maxime an der Cote d'Azur mehrere Autos ins Mittelmeer gespült worden, zwei Menschen wurden tot in einem Wagen entdeckt.

Auch im Südwesten Norwegens sind nach schweren Überschwemmungen mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Mehrere Personen mussten mit Hubschraubern aus abgeschnittenen Gegenden gerettet werden. Starkregen und Schneeschmelze hatten am Sonntag die Flüsse über die Ufer treten lassen. Menschen kamen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden, in der Ortschaft Luster wurden 13 Ziegen aus einer fortgeschwemmten Scheune gerettet.

Viele Straßen und Brücken wurden nach Überschwemmung und Erdrutschen für den Verkehr gesperrt, in einigen Gegenden ist die Stromversorgung unterbrochen. Eine Sprecherin der zuständigen Wasserressoucen- und Energiedirektion (NVE) sagte Montagfrüh im staatlichen Fernsehen NRK, der Höchststand der Flut sei mittlerweile überschritten. Bis die Wassermassen aufgelaufen seien, bestehe aber weiterhin Gefahr, auch durch Erdrutsche.

apa/dpa

stol