Dienstag, 21. Juli 2020

Ukraine: Schwer bewaffneter Mann nimmt in Bus mindestens 10 Geiseln

Ein schwer bewaffneter Mann hat im westukrainischen Luzk mindestens 10 Menschen in einem Bus als Geiseln genommen. Der Mann habe Sprengsätze und Waffen bei sich, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Berichte über Verletzte oder Tote gab es vorerst nicht. - Foto: © APA (AFP) / YURIY DYACHYSHYN
Einem Polizeivertreter zufolge fielen auch Schüsse, Berichte über Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht. Die Polizei riegelte das Zentrum ab und forderte die Bewohner auf, nicht auf die Straße zu gehen.

Nach Angaben des stellvertretenden Innenministers Anton Geraschtschenko nahm der Geiselnehmer Kontakt mit der Polizei auf und stellte sich namentlich vor. Ob es sich bei der genannten Person tatsächlich um den Geiselnehmer handle, werde noch geprüft, sagte Geraschtschenko. Über Motive oder Forderungen äußerte er sich zunächst nicht.

„Alles unternehmen, um Situation gewaltlos zu lösen“

„Wir verhandeln. Wir hoffen, die Lage auf dem Verhandlungsweg lösen zu können“, sagte Geraschtschenko. Er wies zugleich auf „den komplexen Geisteszustand“ des Geiselnehmers hin. Bilder der örtlichen Medien zeigten einen Bus mit 2 beschädigten Scheiben und zugezogenen Vorhängen. Um ihn herum standen schwerbewaffnete Polizisten.

Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von „beunruhigenden Nachrichten aus Luzk“. Es werde alles unternommen, die Situation gewaltlos zu lösen, erklärte er auf Facebook. Innenminister Arsen Awakow reiste nach Angaben seines Ministeriums in die rund 200.000 Einwohner zählende Stadt Luzk, um eine Lösung der Krise zu koordinieren.

In der Ukraine sind illegale Waffen weit verbreitet. Durch den seit 6 Jahren anhaltenden Ostukraine-Konflikt zwischen Kiew und pro-russischen Separatisten hat sich das Problem noch verschärft.

apa/afp