Mittwoch, 11. Mai 2022

Ukrainische Geländegewinne rund um ukrainische Großstadt Charkiw

Die ukrainischen Streitkräfte haben Geländegewinne rund um die zweitgrößte Stadt Charkiw im Osten des Landes vermeldet. „Die Besatzer werden nach und nach aus Charkiw zurückgedrängt“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht auf Mittwoch in einer Videobotschaft.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vermeldete Gebietsgewinne. - Foto: © APA/Ukrainian presidential press-service / -

Unterdessen rückten russische Truppen im Donbass weiter vor. Die letzten ukrainischen Streitkräfte im Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol waren indes weiterhin russischen Angriffen ausgesetzt.

„Die Ortschaften Tscherkassy Tyschky, Rusky Tyschky, Rubischne und Bayrak wurden befreit“, erklärte der ukrainische Generalstab auf Facebook. Während die russischen Streitkräfte dadurch die Stadt Charkiw „noch weniger“ mit Artillerieangriffen treffen könnten, habe die „Intensität der Bombardierungen im Bezirk Charkiw zugenommen“. Die russischen Truppen hinterlassen nach Angaben der ukrainischen Regionalverwaltung zudem „Todesfallen“ - Minen.

Die nördlichen und nordöstlichen Stadtteile von Charkiw waren in den vergangenen Wochen häufig das Ziel russischer Raketenangriffe. Die russischen Truppen rückten zudem bis auf wenige Kilometer an die Stadt heran. Das US-Institut für Kriegsforschung (ISW) erklärte jedoch am Wochenende, dass die ukrainische Armee in diesem Teil des Landes „bedeutende Fortschritte macht und wahrscheinlich in den nächsten Tagen oder Wochen bis zur russischen Grenze vorrücken wird“.

„Gnadenlose“ Angriffe im Donbass

Während die Ukrainer im Nordosten wieder die Kontrolle über verlorene Gebiete übernehmen, rücken die Russen etwa 150 Kilometer südöstlich im Donbass Stück für Stück vor. Das ukrainische Südkommando meldete „gnadenlose“ Angriffe der russischen Streitkräfte auf Privathäuser, landwirtschaftliche Einrichtungen und die Stromversorgung. Der stellvertretende Bürgermeister der mittlerweile fast vollständig zerstörten Hafenstadt Mariupol, Petro Andryuschtschenko, berichtete indessen, dass die letzten ukrainischen Streitkräfte im Asowstal-Werk weiterhin „dutzenden“ Angriffen ausgesetzt seinen.

Bei Angriffen in der Umgebung der südostukrainischen Stadt Saporischschja Dienstagabend wurde mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt. Nach Angaben der Regionalverwaltung seien vor allem Wohngebäude in Orechowo getroffen worden, berichtete die „Ukrajinska Prawda“. Wegen der Intensität des Beschusses sei vorübergehend die Zustellung humanitärer Hilfe in den Ort unterbrochen worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Im Süden des Landes hält der „psychologische Druck auf die benachbarte Bevölkerung Transnistriens“ nach Angaben des ukrainischen Militär an. Demnach drohe eine „Blockade der Region durch die Außerbetriebnahme der Dnjestr-Brücke, die erneut mit Raketen angegriffen wurde“. Die US-Geheimdienste glauben, dass Russland von den besetzten Gebieten im Donbass und nahe der Krim-Halbinsel eine Landverbindung zur pro-russischen Separatistenregion Transnistrien im Osten der Republik Moldau schaffen will.

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apa

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