Mittwoch, 08. Januar 2020

Ukrainisches Flugzeug im Iran abgestürzt - 173 Insassen tot

Eine ukrainische Passagiermaschine ist am Mittwoch in der Früh in der Nähe des Imam-Khomeini-Flughafens der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt.

Das Flugzeug stürzte in ein offenes Feld.
Das Flugzeug stürzte in ein offenes Feld. - Foto: © APA (ISNA) / ROHHOLLAH VADATI

Nach Angaben der Hilfsorganisation iranischer Halbmond kamen alle Insassen ums Leben. Ein Sprecher sagte Mittwoch früh im iranischen Staatsfernsehen, es seien alle 173 Passagiere und Crewmitglieder getötet worden.

Nach dem Absturz der Boeing 737 hatte die iranische Nachrichtenagentur ISNA zunächst von 180 Insassen berichtet. Russischen Medien zufolge war die Maschine von Ukraine International Airlines (MAU) auf dem Weg von Teheran nach Kiew und stürzte kurz nach dem Abflug ab.

Technischer Defekt vermutet

Die iranische Luftfahrtbehörde führte den Crash auf einen technischen Defekt zurück, wie der iranische Nachrichtensender Chabar unter Berufung auf einen Sprecher der Behörde berichtete. Wie diese so kurz nach dem Absturz am Mittwochmorgen zu dem Schluss eines Technikfehlers als Ursache kam, blieb zunächst offen.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Boeing reagierte kurz nach dem Absturz mit einem Tweet: „Uns sind die Medienberichte aus dem Iran bekannt und wir tragen gerade mehr Informationen zusammen.“

Die um kurz nach 5.00 Uhr Ortszeit gestartete Maschine mit der Flugnummer PS752 stürzte ersten Erkenntnissen zufolge in ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Das Flugzeug hätte gegen 8.00 Uhr Ortszeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew landen sollen.

Zusammenhang zwischen Absturz und USA-Iran-Konflikt noch nicht geklärt

Kurz nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt.

Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge „wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen“ nicht mehr operieren, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag (Ortszeit). Es gebe ein erhöhtes Risiko, das ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

Ob ein Zusammenhang des Absturzes der ukrainischen Maschine mit der weiteren militärischen Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA besteht, war zunächst völlig unklar. Wenige Stunden zuvor hatte es einen iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak gegeben. Die vom US-Verteidigungsministerium bestätigten Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Asad und eine Basis in Erbil in der Nacht auf Mittwoch gelten als Racheakte für die Tötung des iranischen Top-Generals Qassem Soleimani durch einen US-Luftschlag in Bagdad vom Freitag.

apa