Aber dank moderner Technik und unter Mithilfe der Medien könnte Ulrikes Mörder jederzeit doch noch ein Gesicht bekommen. <BR /><BR />Ulrike Reistenhofer war von Zürich mit dem Zug Richtung Graz gefahren. In Innsbruck, wo sie umsteigen musste, verlor sich ihre Spur. Wie Reistenhofer nach Ehrenburg kam, ließ sich nur vermuten. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass sie von jemandem in seinem Fahrzeug mitgenommen wurde, möglicherweise vom Mörder selbst. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="927199_image" /></div> <BR /><BR />Die Fahnder hörten unzählige Personen an, überprüften Telefone und nahmen 7 Männer unter die Lupe, die verdächtig erschienen: einen Eisenbahnangestellten, der verdächtigt wurde, bereits in der Vergangenheit junge Frauen belästigt zu haben, einen seiner Bekannten und einen Mann, der zuerst eine Prostituierte des Mordes beschuldigte und sich dann selbst bezichtigte. Der Mann wies sogar eine Bisswunde vor, die auf eine Abwehrverletzung durch das Opfer schließen lassen konnte. Doch wie sich herausstellte, hatte der Mann massive psychische Probleme und hatte zudem eine masochistische Ader, was auch die Bisswunde erklärte. Nach der Überprüfung der 3 Männer standen die Fahnder also wieder am Anfang. <h3>Gedicht am Rienzufer</h3>Doch rund ein Jahr nach Ulrike Reistenhofers Tod erregte ein Gedicht, das jemand beim Kreuz am Fundort der Leiche abgelegt hatte, die Aufmerksamkeit der Ermittler. Es handelte sich um ein so genanntes Haiku. Die Art und Weise, in der es geschrieben war, ließ mutmaßen, dass der Verfasser etwas über den Mord wissen könnte – wenn nicht mehr. Nach komplexen Ermittlungen stellte sich aber heraus, dass das Haiku von einem Mann aus dem Pustertal stammte, der sich mit dieser traditionellen japanischen Gedichtform beschäftigte. Das Schicksal von Ulrike Reistenhofer hatte ihn betroffen gemacht, und so hatte er das Haiku zu ihrem Gedenken verfasst. Mit dem Mord hatte er nichts zu tun. <h3>Verdächtiger Koffer</h3>Im Jahr 2004 geriet dann der bundesdeutsche Lkw-Fahrer Frank Thäder ins Visier. Thäder, der 2003 in Rosenheim wegen Mordverdacht an der Tschechin Anna Kolarova (31) einsaß, gestand zwar gegenüber dem ermittelnden Staatsanwalt Markus Mayr, auch Carmen Wieser (19) aus Sillian getötet zu haben, Ulrike Reistenhofer habe er aber nie getroffen. Und das bestätigte sich auch nach Überprüfung des Fahrtenschreibers seines Lkw. Thäder war zum Zeitpunkt des Mordes nicht in der Nähe. <BR /><BR />In der Folge geriet ein Journalist aus Deutschland, der sich immer wieder nach den Ermittlungen erkundigt und auch Tipps gegeben hatte, ins Visier. Bei einer Hausdurchsuchung wurden zwar etliche Berichte über den Fall Reistenhofer gefunden, doch auch zu anderen ungeklärten Mordfällen. Und schließlich war da noch ein Häftling, der einen Ex-Zellengenossen beauftragt hatte, einen Koffer zu vernichten. Darin fanden die Fahnder Zeitungsausschnitte, die über den Mordfall Reistenhofer berichteten. Doch es gab keine Beweise, die den Mann mit der 19-Jährigen und ihrem Aufenthalt im Pustertal in Verbindung brachten. <BR /><BR />Heuer im Jänner hat sich der österreichische TV-Sender ATV in einer Folge von „Ungelöst – Cold Case Austria“ mit dem Mord an Ulrike Reistenhofer befasst. Bei den Dreharbeiten im Sommer 2022 in Südtirol wurden auch die damaligen Ermittler befragt. <h3>Rucksack als „Souvenir“?</h3>Auch wandelte das TV-Team auf Ulrike Reistenhofers Spuren und warf am Ende eine Frage auf, die bis heute einer Antwort harrt: Was ist mit dem grünen Militärrucksack passiert, den die 19-Jährige bei sich hatte? Das Gelände um den Tatort war ohne Erfolg akribisch abgesucht worden, somit liegt nahe, dass der Täter den Rucksack mitgenommen hat – vielleicht, um die Identifizierung der Toten zu erschweren. Möglicherweise erinnert sich jemand daran, dass ein Bekannter damals plötzlich einen Militärrucksack im Haus oder Auto aufbewahrte, den er nie vorher bei ihm gesehen hatte. Es ist nämlich nicht gesagt, dass der Täter den Rucksack entsorgt hat, er könnte ihn sogar als „Souvenir“ behalten haben. Die bisher eingegangenen zweckdienlichen Hinweise brachten aber noch keinen Durchbruch. <BR /><BR />Eine zweite Möglichkeit, den Fall aufzuklären, liegt in den fremden, männlichen DNA-Spuren, die die Forensik-Experten der Uni Innsbruck an Ulrike Reistenhofers Kleidung gefunden haben. Sie passten zwar zu keiner der Personen, die unmittelbar nach der Tat ins Fadenkreuz der Ermittlungen geraten waren, aber es könnte sich jederzeit bei künftigen Abgleichen mit dem DNA von Straftätern ein Treffer ergeben. <h3> </h3>