„Es ist einfach unfassbar, was da gelaufen ist. Es ist ein Riesenskandal, eine Umweltkatastrophe, die nicht vertuscht werden darf“, poltert Fischereiaufseher Hubert Kaufmann gegenüber der Sonntagszeitung "Zett".Dass es nicht schon längst einen offiziellen Aufschrei gegeben hat, ist ihm unverständlich. Denn: Zu besagtem Vorfall ist es bereits am Freitag vor einer Woche gekommen.„Umweltskandal“ zum NeustartDie Fiechter Alm, die rund 300 Meter oberhalb des Weißbrunner Stausees gelegen ist, hat am vergangenen Samstag unter neuer Führung aufgemacht. Der Neustart wird allerdings davon getrübt, dass es am Tag zuvor eben zu jenem „Umweltskandal“ kam.„Es stimmt, dass von jener Hütte aus der Mist bis in den See geschwemmt wurde“, so Klaus Staffler, Leiter der Ultner Forststation. Die Förster waren am Samstag auch sogleich vor Ort und nahmen Wasserproben.„Es hat geschäumt und gestunken und gut 50 bis 60 Fische sind eingegangen“, berichtet Fischereiaufseher Hubert Kaufmann. Auch jetzt noch würden tote Fische im See treiben. Einige Exemplare wurden für Laboranalysen eingeschickt.Weshalb es zu dem Vorfall kam, ist inzwischen geklärt. „Es ist die übliche Praxis, dass der verdünnte Mist im Herbst über ein Waalsystem auf die Felder verteilt wird“, erklärt Nationalparkwächter Roland Paris. Und eben mit dieser Methode wollte sich der Vorpächter der Alm des Misthaufens entledigen. Doch das Unternehmen ging gehörig in die Hose, die Gülle lief in Strömen bis in den See.Keine FolgeschädenIn einem Nationalpark und in Teilen Natura-2000-Schutzgebiet sei so etwas unverzeihlich, so der Parkwächter. Dennoch ergreift er auch für den Verursacher das Wort: „Es war sicher eine Unachtsamkeit und wird Gott sei Dank keine Folgeschäden haben.“„Auf jeden Fall wird es eine Verwaltungsstrafe nach sich ziehen“, so der Leiter der Ultner Forststation. Ob der Straftatbestand der Müllentsorgung im Sinne des Bodenschutzes gegeben sei, sei noch unklar.ker/"Z"______________________________________________________________________________________Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Zett".