Der frühere Bozner Bürgermeister erklärt auch, warum sein Vorhaben scheiterte und was er heute anders machen würde. <BR /><BR /><BR /><BR />Der 80-Jährige Giovanni Salghetti Drioli war von 1995 bis 2005 Bozner Bürgermeister. Damals hat er eine Entscheidung im Sinne der Versöhnung getroffen: Er ließ den Sieges- in Friedensplatz umbenennen. Allerdings blieb es nicht lange dabei, ein Jahr später folgte nach einer Volksbefragung die Rückbenennung. <BR /><BR /> „Rückblickend gesehen wäre eine eingehendere Erörterung mit allen politischen Parteien sicherlich zielführender gewesen. Aber die Zeiten waren sehr hektisch und politisch aufgewühlt. Wir haben zwar versucht, die Wogen nach der Umbenennung zum Friedensplatz zu glätten, einen Ausgleich zu finden, wir haben auch vermittelt, aber es war alles umsonst, die politischen Kräfte waren eben hierzulande viel weiter rechts angesiedelt als auf gesamtstaatlicher Ebene“, resümiert Salghetti Drioli heute. „Alle Argumente prallten sofort ab“, erinnert er sich. <BR /><BR /><embed id="dtext86-52030966_quote" /><BR /><BR />Sein Ziel sei letztlich die Befriedung der Menschen gewesen, einen konstruktiven Ansatz zu finden, der zu einem beiderseitig annehmbaren Zusammenleben und zu einer Aussöhnung führen sollte. Heute würde er schon auf mehr Toleranz stoßen, glaubt Salghetti Drioli. Es gebe eine größere Bereitschaft zum Dialog, vor allem die jungen Leute seien viel offener geworden, weniger extrem als noch vor 20 Jahren, eine andere Generation eben, meint Salghetti Drioli.<BR /><BR />„Zwar gibt es nach wie vor 2 verschiedene Sprachgruppen, die ihren eigenen Weg beschreiten, eine gewisse Annäherung verspüre ich aber schon. Ich habe auch immer noch die Hoffnung, dass bessere Zeiten auf uns zukommen werden, um in dieser Richtung etwas zu bewegen. Ich bin auch der Meinung, dass es richtig war, diesen Prozess anzuschieben, man hätte vielleicht mehr und intensiver mit den Menschen reden, sie stärker einbeziehen sollen“, sagt der frühere Bürgermeister. <BR /><BR />Für ihn sei es damals natürlich enttäuschend gewesen, dass es nicht gelungen sei, diesen wichtigen Schritt zu setzten und einen „ gemeinsamen Weg zu einem friedlichen Zusammenleben zu gehen. Vielleicht war die Zeit aber noch nicht reif. Heute hingegen haben die Menschen andere Sorgen, die Pandemie lässt uns ja keine Ruhe“, sagt abschließend Salghetti Drioli. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />