Montag, 24. Juni 2019

Umweltschützer beklagen extreme Vermarktung der Dolomiten

„In den ersten zehn Jahren ab Verleihung des UNESCO-Welterbe-Titels an die Dolomiten wurde damit in erster Linie das Gebiet vermarktet, stellenweise über die Grenzen des Erträglichen hinaus. Die eigentliche Aufgabe, nämlich die weitgehend natürlichen Landschaften in ihrer Integrität zu bewahren, wurde hingegen nicht prioritär behandelt." Dies erklärten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Mountain Wilderness.

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz und der Verein Mountain Wilderness fordern mehr Schutz für die Dolomiten als UNESCO-Welterbe.
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Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz und der Verein Mountain Wilderness fordern mehr Schutz für die Dolomiten als UNESCO-Welterbe. - Foto: © LPA

Dies stehe „im klaren Gegensatz zu den Werten und Auflagen, mit denen die Dolomiten im Jahr 2009 den Status eines Welterbes verliehen bekommen haben.“

In den offiziellen Dokumenten fänden sich klare und unmissverständliche Auflagen, um den außergewöhnlichen Wert und die Bedingungen für die Integrität ("outstanding universal value and conditions of integrity") des Gebietes zu erhalten. Gefordert werden unter anderem eine nachvollziehbare Strategie für einen verträglichen Tourismus sowie ein Verbot der Intensivierung von Infrastrukturen, um den langfristigen Erhalt des Gebietes zu gewährleisten.

Die Realitäten auf den Dolomiten-Pässen, am Pragser Wildsee, in Villnöss, an den eigens errichteten Welterbe-Terrassen, um nur einige der Beispiele zu nennen, widersprechen diesen Auflagen ganz klar". "In den kommenden 10 Jahren muss es in Bezug auf unseren Umgang mit dem Weltnaturerbe Dolomiten eine deutliche Zäsur geben. Sonst könnte es leicht passieren, dass wir dies nicht mehr lange zu feiern haben", so die Umweltschützer.

ansa

stol