Mittwoch, 19. August 2015

Umweltschützer: Von wegen Stau bei Tempo 100

Mit 100 Stundenkilometer auf der Brennerautobahn kann Herbert Dorfmann wenig anfangen. Statt Stickoxide zu verringern, habe diese Maßnahme mehr Stau und somit das Gegenteil zur Folge. Stimmt nicht, sagen die Umweltschützer.

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Foto: © D

Von wegen Stau. In einer Presseaussendung stellt der Dachverband für Natur- und Umweltschutz klar: „Grundlegende Erkenntnisse aus der Stauforschung zeigen eindeutig, dass der größte Verkehrsfluss im homogenen System erreicht wird, bei dem alle Fahrzeuge maximal 100 Stundenkilometer, idealerweise aber zwischen 80 und 90 Stundenkilometer fahren.“

Der Grund: Bei dieser Geschwindigkeit sei das Verhältnis von Sicherheitsabstand und Reisegeschwindigkeit ideal.

„Bei höherer Geschwindigkeit nimmt nicht nur der Sicherheitsabstand zu – und damit die Verkehrsdichte ab. Auch das häufige Spurwechseln erhöht die Staugefahr und somit steigt die Umweltbelastung nicht nur durch den erhöhten Benzinverbrauch bei höheren Geschwindigkeiten, sondern auch durch den vermehrt stehenden Verkehr“, schreiben die Umweltschützer. 

Endlich Tempokontrollen!

Wiederholt spricht sich der Dachverband für Geschwindigkeitskontrollen auf der A22 aus. "Seit Jahren gibt es auf den Autobahnen in der Poebene das sogenannte Tutor-System, in Österreich unter dem Begriff 'Section Control' bekannt. Dabei wird die Fahrzeit auf einem Autobahnabschnitt gemessen und daraus die Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet. Bei einer Überschreitung kommt es zur Ahndung des Verkehrsteilnehmers."

Dorfmanns Aussage, dass in Italien Tempokontrollen schwierig durchzuführen seien, könne man beim Dachverband deshalb nicht nachvollziehen.

stol

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