Sonntag, 24. Mai 2020

Umweltschutzgruppe Vinschgau fordert „Stop der Pestizide“

Die Umweltschutzgruppe Vinschgau hat sich am Sonntag anlässlich des italienweiten Tages „Stop Pestizide“ am 24. Mai erneut gegen den Einsatz von Pestiziden in der Südtiroler Landwirschaft eingesetzt.

Die Umweltschutzgruppe Vinschgau hat sich erneut gegen den übermäßigen Einsatz von Pestiziden ausgesprochen.
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Die Umweltschutzgruppe Vinschgau hat sich erneut gegen den übermäßigen Einsatz von Pestiziden ausgesprochen. - Foto: © shutterstock
„Seit Monaten sind wieder viele Bauern mit ihren Sprühgeräten in den Obstanlagen unterwegs. Versprüht werden je nach Schädling oder Pilzkrankheit auf Empfehlung unterschiedliche Pestizide. Es sterben nicht nur Bienen, sondern viele bestäubende Insekten - Schädlinge und Nützlinge“, schreibt die Umweltgruppe in einer Aussendung am Samstagabend.

Anstatt Biodiversität zu fördern, werde sie zerstört. Auch atmen Menschen die Pestizide ein, in einer Zeit, in der man das Immunsystem stärken sollte.

Laut Sicherheitsdatenblatt gibt es für die einzelnen Spritzmittel Zeiträume, in denen Menschen die mit Pestiziden behandelte Fläche nicht betreten sollen, weil gesundheitsgefährdend. So hat beispielsweise Chlorpyrifos, das Italien noch nicht verboten hat, eine Wiedereintrittszeit von 48 Stunden.

„Schon seit vielen Jahren ruft die Umweltschutzgruppe Vinschgau die Verantwortlichen im Bauernbund, Beratungsring und in der Landesregierung auf, dringend Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen.“

Die Forderungen sind folgende:

- transparente Information an die Bürger, welche Spritzmittel in den Siedlungsgebieten und an Rad- und Wanderwegen eingesetzt werden, damit sich jeder schützen kann, sowie einen Hinweis „Betretungsverbot“ mit Angabe des Datums und der Zeiten (von … bis ...)

- Kontrolle durch die lokalen Behörden (Polizei, Forstbehörde) mit dem Ziel, die rechtlich verankerten Abstandsregelungen zum Siedlungsgebiet zu gewährleisten und Abdrift zu verhindern

- die intensive Förderung einer ökologischen Landwirtschaft und die Unterstützung eines Konsumverhaltens, das biologisch produzierten Lebensmitteln den Vorrang gibt.

liz

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