Dienstag, 30. Juni 2020

Umweltsünden belasten italienische Küste

Die Umweltorganisation Legambiente beklagt schwere Umweltsünden in Italien. 23.623 Umweltvergehen wurden 2019 gemeldet, das sind 15,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

2019 wurden 15,6 Prozent mehr Ökodelikte als 2018 gemeldet.
2019 wurden 15,6 Prozent mehr Ökodelikte als 2018 gemeldet. - Foto: © APA/afp / SAKIS MITROLIDIS
Besonders belastet sind die süditalienischen Regionen Kampanien, Apulien, Sizilien und Kalabrien, in denen 52,3 Prozent der „Ökoverbrechen“ gemeldet wurden.

In das Mittelmeer werden über Flüsse nach wie vor Unmengen ungeklärter Abwässer aus Industrie, Landwirtschaft und privaten Haushalten transportiert, bemängelte Legambiente in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Am schlimmsten sei die Wasserqualität in Kalabrien, Kampanien und Sizilien, wo es wenige Kläranlagen gibt.

Zusätzlich werden die Erosion an den Stränden und illegale Bauten an den Küsten für die schlechten Werte verantwortlich gemacht. Die wilden Verbauungen bedrohen die italienischen Küsten stark, warnte Legambiente. Illegale Bauten belasten vor allem die Küsten der Regionen Sizilien, Kalabrien, Latium und Kampanien, wo 53 Prozent aller Bausünden gemeldet werden. Auch die nord- und mittelitalienischen Gebiete seien von der Bauspekulation bedroht, so Legambiente.

Die illegalen Bauten sind ein altes Problem in Italien. Laut dem Umweltschutzverband wurden in den vergangenen Jahren Zehntausende Immobilien in Italien ohne Genehmigung errichtet. Die vergangenen Regierungen hätten zu viele Landschaftsverschandelungen legalisiert, protestierten Umweltschützer.

apa

Schlagwörter: