Donnerstag, 14. November 2019

Unchristliche Zeiten? Weihnachtsmärkte immer früher

Weihnachtsdekor ist auch in Südtirol vielerorts schon zu sehen. Und in den Supermärkten weihnachtet es ebenfalls schon sehr. Die Südtiroler Christkindlmärkte machen aber erst Ende November auf. Doch in manchen Städten im deutschsprachigen Raum geht es dieses Jahr so früh los wie noch nie. Was ist da los?

Es weihnachtet schon... immer früher.
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Es weihnachtet schon... immer früher. - Foto: © dpa-tmn / Franziska Gabbert
Äußerst früh – sage und schreibe 17 Tage vor dem 1. Advent – geht schon am heutigen Donnerstag in Duisburg der Innenstadt-Weihnachtsmarkt los. Das ist so früh wie noch nie, wie es im Ruhrgebiet heißt. Kritik daran kommt erwartungsgemäß von den Kirchen.



Doch die Städte verteidigen ihren Kurs. „Der Duisburger Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr am 14. November, also einen Tag vor den Weihnachtsmärkten in Essen und Oberhausen, eröffnet. Die Öffnungszeiten der Weihnachtsmärkte resultieren vor allem aus der großen Nachfrage der Besucherinnen und Besucher“, sagt ein Projektmanager der zuständigen städtischen Firma in Duisburg.

Duisburger Abstimmung mit Kirchenvertretern

Man habe den Termin mit den Kirchenvertretern abgestimmt und nehme bei der Ansetzung der Öffnungszeiten Rücksicht auf den Totensonntag, Heiligabend und den ersten Weihnachtsfeiertag, heißt es weiter von der Duisburg Kontor GmbH. „Dennoch versuchen wir den Bedürfnissen unserer Händler, dem Innenstadt-Handel und vor allem der Nachfrage der Besucher gerecht zu werden.“ Auch in Essen bleibt der Weihnachtsmarkt am Totensonntag (24. November) geschlossen.

Innsbruck und Wien starten am morgigen Freitag

Essen und Duisburg sind nicht allein mit dem sehr frühen Weihnachtsmarktbeginn in den Innenstädten. Auch im katholisch geprägten Österreich geht es zeitig los. So beginnt etwa der Wiener Weihnachtstraum auf dem Rathausplatz auch schon am 15. November, genauso wie der traditionelle Christkindlmarkt unter dem Goldenen Dachl in der Innsbrucker Altstadt.

Sogar bereits am 17. Oktober wurde das „Bayreuther Winterdorf“ eröffnet. Stolz nennt man sich dort erster Weihnachtstreff „in ganz Deutschland und sicher auch in Europa“.

„Ausverkauf des wichtigen christlichen Festes“

Die Kirchen sehen dennoch in den immer früheren Weihnachtsmärkten einen Ausverkauf des wichtigen christlichen Festes. Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen, sagt, die Märkte seien vor allem Marketinginstrument, um in Zeiten des Online-Handels Menschen in die City zu locken. „Gläubigen Christen ist es aber wichtig, bei all dem Kommerz und Konsum darauf hinzuweisen, dass Weihnachten nicht irgendeine kulturelle Lichtfeier am Jahresende ist, sondern das Fest der Geburt Jesu.“ Allerdings wolle man auch nicht mit erhobenem Zeigefinger anderen Menschen etwas verbieten, was sie erfreue.

Südtiroler Weihnachtsmärkte eröffnen am 29.11.

Der berühmte Nürnberger Christkindlesmarkt beginnt traditionsgemäß erst am 29. November, dem Freitag vor dem ersten Adventssonntag. Am selben Tag eröffnen auch die 5 großen Südtiroler Christkindlmärkte in Bozen, Meran, Brixen, Sterzing und Bruneck.

dpa/ds

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