Dienstag, 20. September 2016

„Und dann war mir klar: Das ist kein Bergsteiger“

„Tote liegen jede Menge im Gebirge“, sagt Reinhold Messner. Als ihm der Hüttenwirt der Similaunhütte damals, im fernen Jahr 1991, von einem Leichenfund am Berg erzählte, reagierte Messner anfangs recht verhalten. Dann machte eine Kleinigkeit den Extrembergsteiger stutzig.

Seine Neugier ließ ihm auch dieses Mal keine Ruhe: Nur zwei Tage nach seinem Auffinden "besuchte" Reinhold Messner Ötzi am Tisenjoch.
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Seine Neugier ließ ihm auch dieses Mal keine Ruhe: Nur zwei Tage nach seinem Auffinden "besuchte" Reinhold Messner Ötzi am Tisenjoch.

Es war das Werkzeug, das der Tote bei sich trug. Ein Steinbeil, erinnert sich Messner im STOL-Interview, ein Steinbeil mit einer Eisenklinge. „Da wusste ich, theoretisch ist der Tote 3000 bis 500 Jahre alt.“

Die Klinge ist nicht aus Eisen, sondern aus Kupfer. Und der Tote ist sogar 5250 Jahre alt. Das alles sollte sich später herausstellen. Heute trägt der Tote den Namen „Ötzi“ und versetzt nach wie vor die Massen ins Staunen. Vor genau 25 Jahren entdeckte ein deutsches Urlauberpaar den Mann aus dem Eis am Tisenjoch.

Aus diesem Anlass laden die drei Südtiroler „Ötzi“-Institutionen, das Südtiroler Archäologiemuseum, das Eurac-Institut für Mumien und den Iceman sowie der Tourismusverein Schnalstal mit dem archeoParc, zu mehreren Veranstaltungen rund um die Eismumie ein. Am Montagabend sprach Extrembergsteiger Reinhold Messner, der Ötzi zwei Tage nach dem Fund am Tisenjoch „besuchte“, über sein erstes Treffen mit dem Mann aus dem Eis.

stol

stol