Der Unfall hatte sich Ende Jänner 2022 ereignet, als die Regelung zur Versicherungspflicht auf den Pisten noch neu war. Doch Südtirols Skigebiete sind von Anfang an ihrer gesetzlichen Informationspflicht nachgekommen und haben an den Verkaufspunkten für Skipässe auf die Versicherungspflicht hingewiesen. <BR /><BR />Ordnungshüter, die Pistendienst haben, können nicht jeden Skifahrer anhalten, um zu kontrollieren, ob er oder sie versichert ist; wohl aber tun sie dies nach Unfällen, und schon da wird man zur Kasse gebeten – mit Geldstrafen zwischen 100 und 150 Euro und dem Entzug des Skipasses. <BR /><BR />Noch dicker kann es aber kommen, wenn man – wie im gegenständlichen Fall – einen folgenschweren Unfall verursacht. Einer der beiden Skifahrer war erheblich verletzt worden. In der Folge reichte er – vertreten von der Bozner Anwaltskanzlei Wenter & Marsico – eine Schadenersatzklage gegen den anderen Wintersportler ein. <BR /><BR />Grundsätzlich wird bei Zusammenstößen auf der Piste vom Prinzip ausgegangen, dass beide Beteiligten den Schaden zu gleichen Teilen verursacht haben. Ein Gegenbeweis kann aber durch die Rekonstruktion des Unfalls erbracht werden. Und das ist dem Rechtsanwalt des Klägers vor Zivilrichter Morris Recla gelungen. <BR /><BR />Wie sich anhand von Zeugenaussagen und eines Gutachtens zur Art der Verletzungen herausstellte, war der Kläger am Pistenrand gestanden und vom Beklagten niedergefahren worden. Dieser habe keine geeignete Strecke gewählt, um eine Kollision mit dem talwärts stehenden Kläger zu vermeiden, und außerdem seine Geschwindigkeit und sein Fahrverhalten beim Überholvorgang nicht angepasst.<BR /><BR /> Damit habe der Beklagte laut Urteil gleich drei FIS-Verhaltensregeln verletzt: Jeder Skifahrer muss sich so verhalten, dass er andere Personen nicht gefährdet oder schädigt; der von der Bergstation kommende Skifahrer ist verpflichtet, eine Richtung einzuhalten, die eine Kollision mit dem sich talwärts befindenden Skifahrer verhindert; und das Überholen muss immer in einem Abstand erfolgen, der freiwillige oder unfreiwillige Bewegungen des überholten Skifahrers <div class="uk-overflow-auto uk-margin-small"><table class="uk-table"> <thead> <tr> <th>Pos.</th> <th>Name</th> <th>Land</th> <th>Zeit</th> <th>XX</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>1.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>2.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>3.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>4.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>5.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>6.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>7.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>8.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>9.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>10.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> </tbody> </table></div> <div class="uk-overflow-auto uk-margin-small"><table class="uk-table"> <thead> <tr> <th>Pos.</th> <th>Name</th> <th>Land</th> <th>Zeit</th> <th>XX</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>1.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>2.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>3.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>4.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>5.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>6.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>7.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>8.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>9.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> <tr> <td>10.</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> <td>XX</td> </tr> </tbody> </table></div> ermöglicht. Der Beklagte habe allein die Kollision verursacht. Er wurde zu einer Schadenersatzzahlung in der Höhe von 51.606,46 Euro verurteilt, auch muss er für die Verfahrenskosten in Höhe von 7500 Euro aufkommen. <BR /><BR />Wäre er der gesetzlichen Versicherungspflicht nachgekommen, würde nun seine Haftpflichtversicherung einspringen. Doch so, wie die Dinge liegen, muss er selbst für den Schaden aufkommen, sollte dem Urteil Rechtskraft erwachsen. Vorerst hat der Mann aber noch die Möglichkeit, dagegen Berufung einzulegen.