<b>von Florian Mair</b><BR /><BR />„Ich habe den Schaden am Donnerstag bemerkt. Im Labor wird untersucht, um welches Gift es sich handelt“. Anzeigen liegen vor, die Carabinieri ermitteln und der tierärztliche Dienst ist avisiert. 40.000 bis 50.000 Bienen befinden sich im Juli in einem Bienenstock: Es wurden also mindestens 5,5 Millionen Nutztiere vergiftet, von denen rund 80 Prozent verendet sind.<BR /><BR />„Die 122 Völker wurden völlig zerstört. Und Bienen, die noch schlüpfen, werden eingehen, weil sie in den Stöcken nicht versorgt werden“, weiß der verärgerte Partschinser. „Unzählige vergiftete Bienen vegetieren noch vor sich hin.“ Laut der Gesundheitswarte Stefan Haspinger und Michael Hafner handelt es sich eindeutig um eine Vergiftung. Gesundheitswarte sind Bienensachverständige und der verlängerte Arm der Amtstierärzte. <BR /><BR />„Ein solches Vergiftungsausmaß war für die 2 Gesundheitswarte völlig neu“, sagt Reiterer. Mit seiner Frau Patrizia hat er oberhalb der Timmelsjochstraße in Rabenstein – in der Nähe des Gasthofs „Schönau“ – 25 Bienenvölker aufgestellt. <BR /><BR />Weil es in Pfelders und Rabenstein weit und breit keine Ausbringung von Pestiziden gebe, handle es sich zweifelsohne um Vandalismus, betont er. Diese mutwillige Zerstörung und Tierquälerei betreffe nur 6 Imker, die nicht Hinterpasseirer seien. „Wir sind in Pfelders und Rabenstein nicht erwünscht“, sagt Ulrich Reiterer. „Die Besitzer der betroffenen Grundstücke haben uns ihr Einverständnis gegeben, dass wir unsere Bienenstöcke zum Sammeln der Alpenrosen-Tracht aufstellen dürfen. Neidern sind wir aber leider ein Dorn im Auge“, berichtet Reiterer. „Im Hinterpasseier wäre eigentlich Platz für alle.“ <BR /><BR />Verdächtige gebe es, man sei dabei, Beweise zu sammeln. „Ich habe eine telefonische Drohung erhalten“, blickt Ulrich Reiterer zurück. „Wir haben die Carabinieri über die Verdächtigen und über andere Vorkommnisse informiert und hoffen nun, dass ihre Ermittlungen Erfolg haben.“<BR /><BR /> Knapp 100 Bienenvölker haben 4 Imker zu 3 Standorten in Pfelders gebracht. Diese Imker aus Partschins, Dorf Tirol und Tarsch sind wie das Ehepaar Reiterer am Boden zerstört. „Wir alle haben damit gerechnet, bei guter Witterung zwischen 25 und 30 Kilogramm Alpenrosen-Honig pro Bienenvolk zu ernten“, rechnet Ulrich Reiterer vor.<BR /><BR /> Der geschätzte Gesamtschaden liegt zwischen 75.000 und 100.000 Euro. Folgeschäden bei den noch lebenden Bienen sind laut der betroffenen Imker noch abzuklären.