Der 30-Jährige soll – unter Angabe falscher Identitäten – für gleich 7 Landsleute zuerst das Quiz absolviert und dann die praktische Fahrprüfung bestanden haben. Wie ist das möglich?<BR /><BR />Aufgeflogen ist die Sache im Zuge von Führerscheinkontrollen der Straßenpolizei von Bergamo. Den Beamten kam bei einem Führerschein etwas eigenartig vor, und sie überprüften zuerst den Besitzer und dann seinen Bekanntenkreis. <BR /><BR />Was sich nach und nach heraus kristallisierte, sei den Ermittlungen zufolge eine generalstabsmäßige Schwindelei gewesen, dank der 7 Pakistaner, die nie persönlich zur Prüfung angetreten waren, zu ihrem Führerschein gekommen sein sollen. An ihrer Stelle soll nämlich ein 30-jähriger Landsmann die Prüfung abgelegt haben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="973528_image" /></div> <BR /><BR />Der Mann wird verdächtigt, das Führerscheinquiz unter der Identität seines jeweiligen „Kunden“ absolviert zu haben. Offensichtlich bestand zwischen dem 30-Jährigen und jedem seiner 7 Landsleute eine gewisse Ähnlichkeit, sodass es gar nicht auffiel, dass er deren Ausweise vorzeigte.<BR /><BR /> Im Anschluss legte der Mann ebenso bravourös die praktische Fahrprüfung ab. Sobald er den Führerschein hatte, soll er ihn seinem jeweiligen „Kunden“ ausgehändigt haben. Dieser wiederum wartete eine Zeitlang ab, dann meldete er den Führerschein als vermisst und beantragte eine Kopie. Für diese legte er nun sein eigenes Foto vor – damit war der Führerschein sozusagen „gewaschen“. <h3> Mann nicht auffindbar</h3>Erstmals soll dieses „Spielchen“ in Südtirol abgezogen worden sein, weshalb die Bozner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen durchführte. Im betreffenden Fall hatte der „Kunde“ des „Quiz-Ghostwriters“ den Führerscheinverlust beim Motorisierungsamt in Bozen und bei den Carabinieri gemeldet. In der Folge deckten die Ermittler weitere Fälle – alle im Jahr 2022 – in Ravenna, Bologna, Ferrara und Modena auf. <BR /><BR />Der 30-Jährige soll sich jetzt am Bozner Landesgericht verantworten, weil er sich mehrfach für einen andere Person ausgegeben habe, sowie wegen mehrfacher Fälschung, seine 7 Landsleute wegen Beihilfe. <BR /><BR />Vorerst musste die Erstverhandlung zum Hauptverfahren aber ausgesetzt werden, da der 30-Jährige derzeit nicht auffindbar ist. Der Richter ordnete die Suche nach ihm an. Ob der „Quiz-Ghostwriter“ von seinen Landsleuten für seine Dienste bezahlt wurde, war vorerst unklar.<BR />