Die zeitweise Schließung ist ein echtes Problem. Denn die OPs am Bozner Krankenhaus braucht es dringend und möglichst im Vollbetrieb. Laut jüngsten Daten des Gesundheitsministeriums hinkt Südtirol nämlich beim Aufholen geplanter Eingriffe nämlich deutlich hinterher.<BR /><BR />Von Landeshauptmann und Gesundheitslandesrat Arno Kompatscher bei der offiziellen Eröffnung vor 3 Wochen noch als „Herzstück“ in der Südtiroler Gesundheitsversorgung bezeichnet, zeigt die neue Klinik in Moritzing bereits erstes Kammerflimmern. <BR /><BR />Da die Luftfeuchtigkeit in den 14 Operationssälen zu hoch war und die bestehende Klimaanlage es nicht geschafft hat, für die richtigen Verhältnisse zu sorgen, mussten am Dienstag Nachmittag alle geplanten Operationen abgesagt werden. <BR /><BR />Laut staatlichem Protokoll darf die Luftfeuchtigkeit in einem OP 40 bis maximal 60 Prozent betragen. Aufgrund der besonderen Schwüle, die am Dienstag über dem Bozner Talkessel lag, stieg die Luftfeuchtigkeit nach den Mittagsstunden auf saunamäßige 85 Prozent. In solchen Fällen dürfen dann aus Sicherheitsgründen nur mehr Not-Operationen durchgeführt werden, da bei zu hoher Luftfeuchtigkeit die Sterilität während der Eingriffe nicht mehr gewährleistet werden kann. Die Folge: Alle geplanten Eingriffe mussten abgesagt werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-60404101_quote" /><BR /><BR />„Ja es stimmt, wir haben ein Problem mit den OP-Sälen“, bestätigte gestern Irene Pechlaner, Direktorin des Gesundheitsbezirkes Bozen, auf Nachfrage. Man habe beschlossen, alle Operationen, die für die Zeit nach 14 Uhr geplant sind, abzusagen bzw. zu verschieben. „Derzeit werden alle Eingriffe umgeplant“, so Pechlaner. Um solchen Problemen bis auf Weiteres aus dem Weg zu gehen wurde beschlossen, mit den OPs schon um 7 Uhr und nicht erst um 8 Uhr zu beginnen. Nach 14 Uhr ist in den Operationssälen der neuen Klinik bis auf Weiteres dann vorsorglich Feierabend.<BR /><BR />Um das Problem zumindest kurzfristig zu lösen, soll nun nämlich bereits ein zusätzliches Klimagerät eingebaut werden. Ein entsprechendes Unternehmen sei bereits gefunden und mit dem Einbau beauftragt. Bis Mitte August sollte das Problem zumindest provisorisch behoben sein. Die anfallenden Kosten von rund 40.000 Euro würden sich zum Wohle der Patienten aber in jedem Fall rechnen, so Pechlaner.<BR /><BR /> Langfristige Lösung sei dies allerdings keine. „Langfristig wird man wohl die zentrale Klimaanlage erneuern bzw. anpassen müssen“, sagt eine hörbar zerknirschte Bezirksdirektorin. „Bei der Projektierung vor 20 Jahren hat man den Klimawandel eben offensichtlich nicht mit einberechnet.“ Hitzetage habe es zwar auch damals schon gegeben, aber eben keine so hohe Luftfeuchtigkeit. <BR /><BR />Detail am Rande: Aufgrund der nächtlichen Gewitter samt entsprechender Abkühlung der Luft hätte gestern die Luftfeuchtigkeit in den Bozner OPs zwar wieder gepasst, um auch am Nachmittag geplante Eingriffe durchführen zu können. Auf lange Sicht aber brauche es laut Pechlaner eine Lösung. Denn die Anzahl der Hitzetage, an denen es in Bozen tropische Luftfeuchtigkeit gibt, werde in den kommenden Jahren sicher noch weiter zunehmen. <BR /><BR />Die OPs am Bozner Krankenhaus braucht es jedenfalls dringend und möglichst im Vollbetrieb. Laut jüngsten Daten des Gesundheitsministeriums hinkt Südtirol nämlich beim Aufholen geplanter Eingriffe nämlich deutlich hinterher.<BR />