Im Interview erzählt er uns von den ungebetenen Gästen und seinen Hoffnungen, die er in den neuen Quästor setzt.<BR /><BR />Seit Juni vergangenen Jahres wehrt er sich gegen die illegale Besetzung des geschlossenen Hotelgebäudes in der Pfarrgasse in Untermais, die am vergangenen Mittwoch mit einem Brand in der Dependance ihren vorläufigen Höhepunkt fand. <BR /><BR /><b>Herr Zelger, wann haben Sie erstmals bemerkt, dass sich Leute zum Siegler Zutritt verschafft haben?</b><BR />Heinrich Zelger: Los gegangen ist es voriges Jahr im Juni. Nachbarn, für die das Gebäude gut einsehbar ist, haben bemerkt, dass sich ungebetene Gäste Zugang verschafft haben und nachts ein- und ausgingen.<BR /><BR /><b>Wie sind sie ins Gebäude gelangt?</b><BR />Zelger: Sie haben an der nicht einsehbaren Südostseite eine Tür aufgebrochen. Das Ex-Hotel hat ja x-Türen und Fenster.<BR /><BR /><b>Wo haben sich die Eindringlinge im Hotel eingenistet?</b><BR />Zelger: Vor allem in den Zimmern im Dachgeschoss, wo man sie nicht sieht. Dort haben sie dann die Rauchmelder entfernt.<BR /><BR /><b>Funktionierten die noch?</b><BR />Zelger: Selbstverständlich, das Gebäude ist versichert und wir wollen keinen Brand riskieren. <BR /><BR /><b>Was haben Sie dann im Juni 2023 unternommen?</b><BR />Zelger: Ich habe vom Schlosser die Tür wieder ordentlich verriegeln lassen und dachte mir, das Problem sei gelöst. War aber leider ein Trugschluss. Ende Dezember ist die Situation eskaliert. Denn mittlerweile ist eine ganze Gruppe dort ein- und ausgegangen. Ich habe dann die Landesnotrufzentrale angerufen und am 8. Jänner wurde dann von den Carabinieri, Stadtpolizei und Finanzwache das Gebäude geräumt. 13 Ausländer wurden von den Behörden zur Identifizierung mitgenommen, andere sind schon vorher abgehauen. Aber kaum zu glauben, am nächsten Tag, als ich mit Arbeitern hin bin, war schon wieder einer drinnen. Der hat mich beschimpft, angespuckt und weggeschubst. Als ich ein anderes Mal mit den Carabinieri erneut hin bin, meinte ein Eindringling: Che volete? Denen ist alles Wurst. Sie haben ja nichts zu verlieren. Und sie müssen nicht meinen, dass das Leute in Lumpen sind. Die sind gut angezogen und haben das iPhone letzter Generation.<BR /><BR /><b>Wie ging's dann weiter?</b><BR />Zelger: Ich habe Anfang Februar wieder die Sicherheitsbehörden angerufen, weil wieder Leute drinnen waren, aber es kam niemand mehr. Wir haben zu wenig Leute, sagte man mir. Ich sollte zu ihnen ins Büro kommen. Allein oder auch zu zweit habe ich mich auch nicht mehr ins Gebäude getraut. Denn was ist, wenn sie ein Messer zücken. Ich will das Gebäude schon lange umbauen, aber es fehlt noch die Genehmigung. Es tut mir auch leid für die Nachbarn, diese Situation ist auch für sie ungut und mir absolut nicht recht. Denn diese Leute streiten untereinander ja auch.<BR /><BR /><b>Vorläufig letzter Akt war der Brand in der Dependance am Mittwochabend...</b><BR />Zelger: Dabei hatte ich überall alles vom Schlosser verriegeln lassen, aber sie hatten einen Türstock aufgebrochen und ein Fenster eingeschlagen. Diese Leute haben Zeit. Wie dem auch sei, ich bin nur froh, dass beim Brand kein Mensch zu Schaden gekommen ist und zum Glück hat das Dach nicht gebrannt und das Feuer konnte nicht auf andere Gebäude übergreifen. Der Schaden ist groß, aber zumindest geht jetzt da niemand mehr schlafen, die Stecker sind geschmolzen, die Türstöcke verbrannt, die Räume verrußt und verraucht. <BR /><BR /><b>Hat das Ex-Hotel eine Videoüberwachung?</b><BR />Zelger: Ja, anfangs hat sie auch funktioniert, aber dann haben sie eine Kamera weggedreht, eine heruntergeschlagen und zuletzt war sie nicht mehr aktiv. Sie wird aber derzeit repariert.<BR /><BR /><b>Quästor Sartori hat am vergangenen Donnerstag verlassene Gebäude in Bozen durchsuchen lassen. Würden Sie das auch für Meran begrüßen?</b><BR />Zelger: Auf jeden Fall. Ich für meinen Teil traue mich ja alleine nicht hinein. Ein so großes Haus lässt sich nicht völlig verriegeln. Ich hoffe sehr auf den neuen Quästor. Denn diese 13 Ausländer, die bei uns drinnen waren, hatten meines Wissens alle keine Aufenthaltsgenehmigung. Der Quästor beginnt jetzt durchzugreifen. Da wird sich jemand sehr gut überlegen, etwas Illegales zu tun, wenn er dann im Abschiebezentrum sitzt. Das spricht sich herum und macht Mode. <BR /><BR /><b>Wie geht’s jetzt weiter?</b><BR />Zelger: Ich mache mir keine Illusionen. Bevor hier nicht der Bauzaun kommt, sind wir nicht Herr der Lage.