Dienstag, 08. Juni 2021

Unglück am Lago Maggiore: Rekurs gegen Freilassung von Angeklagten

Nach dem Seilbahnunglück am 23. Mai am Lago Maggiore mit 14 Todesopfern hat die in dem Fall ermittelnde Staatsanwaltschaft der Stadt Verbania Rekurs gegen die von einer Untersuchungsrichterin entschiedene Freilassung von drei Angeklagten eingereicht. Bei den 3 Männern handelt es sich um den Eigentümer der Seilbahnbahnlage, um den Betriebsdirektor und den Betriebsleiter. Letzterer befindet sich im Hausarrest.

Staatsanwältin Olimpia Bossi verlässt das Gefängnis von Verbania.
Staatsanwältin Olimpia Bossi verlässt das Gefängnis von Verbania. - Foto: © ANSA / Tino Romano
Sie waren wenige Tage nach dem Unglück festgenommen worden. 3 Tage später hatte die Untersuchungsrichterin entschieden, sie wieder freizulassen. Ihrer Ansicht nach können der Eigentümer der Seilbahn und der Betriebsdirektor nicht für die Tragödie verantwortlich gemacht werden. Die Freilassung der 3 Männer hatte für Kritik gesorgt. Dagegen reichte die Staatsanwaltschaft Rekurs ein, der jetzt von einem Gericht in Turin geprüft werden muss, berichteten italienische Medien am Dienstag.



Die abgestürzte Kabine soll indes mit einem Helikopter weggebracht werden. Angesichts des steilen Geländes im Wald, auf dem sich die Gondel am Berg Mottarone befindet, sei die Lösung mit dem Hubschrauber der einzige Weg, um die Kabine zu entfernen. Wann dies erfolgen wird, war noch unklar.

Bei dem Gondel-Unglück starben 14 Menschen, darunter Familien, Paare und 2 Kinder. Ein fünfjähriger Bub überlebte als einziger, er wurde schwer verletzt. Vermutet wird, dass die Aussetzung der Notbremse und ein Kabelriss für den Absturz der Gondel am Berg Mottarone verantwortlich sei.

Einen Seilriss gab es vor Jahren auch bei einer Südtiroler Seilbahn. Dieser Zwischenfall beweist aber vor allem, dass nicht einmal ein gerissenes Stahlseil zu einer Katastrophe führen muss wie am Lago Maggiore.

apa