Samstag, 2. April 2022

Unglück in Luttach: Ermittlung abgeschlossen

Er habe sich mit 1,97 Promille Alkohol im Blut ans Steuer gesetzt und in der Folge einen Unfall verursacht, bei dem 7 Menschen starben und weitere 7 schwer bis schwerstens verletzt wurden: Das hält die Staatsanwaltschaft Stefan Lechner vor, gegen den die Ermittlungen jetzt abgeschlossen wurden.

Gedenken an die Opfer: An dieser Stelle in Luttach ereignete sich in der Nacht auf den 5. Jänner 2020 der schreckliche Unfall mit 7 Todesopfern und 7 schwer Verletzten. Die Erhebungen dazu sind jetzt beendet.

Nun hat Lechners Verteidigung 20 Tage Zeit, Gegendarstellungen einzubringen, vertiefende Unterlagen zu hinterlegen oder auch eine Anhörung ihres Mandanten zu beantragen. Falls dabei keine neuen Aspekte auftauchen, die die Staatsanwaltschaft zu einer Abänderung der Vorhaltungen veranlasst, wird sie Anklage gegen Lechner erheben – wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr („omicidio stradale“, Art. 589bis StGB) und fahrlässiger schwerer bzw. schwerster Körperverletzung im Straßenverkehr (Art. 590bis StGB).

Lechner, der sich weiterhin im Kloster Neustift aufhält, wird bekanntlich zur Last gelegt, in der Nacht auf den 5. Jänner 2020 in Luttach am Steuer seines Audi TT in eine Gruppe von Fußgängern gefahren zu sein, die in unmittelbarer Nähe des Zebrastreifens die Straße überquerte. Dabei verloren 4 Urlauberinnen und 3 Urlauber ihr junges Leben. Weitere 3 Frauen und 4 Männer zogen sich Verletzungen zu, an deren Folgen sie teils heute noch leiden. Ein Verletzter erlitt einen bleibenden Schaden von über 90 Prozent.

Lechners Versicherung hat bereits das Alleinverschulden ihres Versicherungsnehmers anerkannt und insgesamt 10 Millionen Euro an die Opfer bzw. ihre Hinterbliebenen ausgezahlt (wir berichteten, siehe digitale Ausgabe). Sobald die Anklage steht, wird der Vorverhandlungsrichter einen Termin festlegen, an dem er über die Einleitung eines Hauptverfahrens entscheidet. Lechners Verteidigung hätte dabei die Möglichkeit, ein verkürztes Verfahren zu beantragen.

Den jetzt abgeschlossenen Ermittlungen zufolge sei Lechner in seinem Audi mit mindestens 80 Stundenkilometern in einer 50 km/h-Zone unterwegs gewesen. Erschwerend wird ihm vorgeworfen, den Unfall in alkoholisiertem Zustand verursacht zu haben. Der Alkoholgehalt in seinem Blut habe bei der ersten Messung 1,97 Promille ergeben, bei der zweiten 2,09. Mit der Trunkenheit am Steuer habe Lechner auch gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen, was ihm zusätzlich vorgehalten wird.

rc

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