Freitag, 09. Oktober 2015

Unglück Vinschger Bahn: Unvorhersehbares Ereignis

Materialermüdung durch Abnutzung: Darauf führt Gerichtsgutachter Alberto Molinari, Professor für Metallurgie an der Uni Trient, den Schaden am Ventil der Beregnungsanlage in der Latschander zurück.

Badge Local
Foto: © D

Bei der normalen Wartung sei der Schaden mit freiem Auge nicht erkennbar gewesen. Ein Unglück dieses Ausmaßes war für den Gutachter nicht vorhersehbar.  

Durch den Wasseraustritt  aus der Beregnungsanlage waren am 12. April 2010 rund 200 Kubikmeter aufgeweichtes Erdmaterial auf die Gleise der Vinschger Bahn gerutscht. Neun Zuginsassen verloren ihr Leben, 28 weitere wurden verletzt. 

Angeklagte vor Freispruch 

Folgt das Gericht Molinaris Schlussfolgerungen, wonach weder Eis im Ventil noch ein Wartungsfehler für den Schaden verantwortlich waren, dürfte das Strafverfahren wegen fahrlässigen Herbeiführens eines Eisenbahnunglücks mit Freisprüchen enden.

Das Urteil über die Verantwortlichen des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau, Lothar Burger und Gottfried Niedermair, den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe zur Beregnungsanlage, Armin Trafoier, und Beregnungswart Walter Pirhofer wird für 20. November erwartet.

rc/D

stol