Mittwoch, 20. April 2016

UNHCR bestätigt Tragödie im Mittelmeer

Tagelang wurde über das mögliche Kentern eines Flüchtlingsbootes im Mittelmeer gerätselt. Nun bestätigen die UN die Tragödie unter Berufung auf Überlebende. Bis zu 500 Menschen sollen ertrunken sein.

Archivbild
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Bei einer der schlimmsten Flüchtlingstragödien der vergangenen Jahre sind im Mittelmeer möglicherweise bis zu 500 Menschen ertrunken. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR bestätigte am Mittwoch unter Berufung auf Augenzeugen seit Tagen kursierende Berichte, wonach zwischen Libyen und Italien ein Schiff mit Hunderten Migranten untergegangen sei.

Die Organisation hatte in der griechischen Stadt Kalamata mit 41 Überlebenden gesprochen. Demnach soll sich das Unglück in der vergangenen Woche ereignet haben.

Am Montag gab’s erste Berichte

Bereits am Montag waren Berichte über die erneute Katastrophe aufgetaucht, allerdings hatten zunächst weder die Küstenwache Italiens oder Griechenlands noch Hilfsorganisationen den Schiffbruch bestätigen können.

Am Dienstag gelang es nun UNHCR-Mitarbeitern in Kalamata mit Überlebenden zu sprechen und Informationen zu sammeln. Demnach könnte es sich „um eine der schlimmsten Flüchtlingstragödien der letzten zwölf Monate handeln“, hieß es in einer Mitteilung.

Zeugen: Schiff kenterte während des Umsteigens

Die Überlebenden, die auf einem anderen Boot unterwegs waren, waren den Erzählungen nach in der vergangenen Woche vom libyschen Tobruk aus auf einem etwa 30 Meter langen Holzboot in Richtung Italien aufgebrochen. Insgesamt sollen 100 bis 200 Menschen an Bord gewesen sein.

„Nach einiger Zeit auf See sollten sie auf ein größeres Schiff umsteigen, auf dem bereits andere Menschen waren“, sagte UNHCR-Sprecherin Barabara Molinario der Deutschen Presse-Agentur. „Das andere Boot war jedoch völlig überfüllt und ist während des Umsteigens gekentert.“

Dabei seien nach Aussage der Interviewten bis zu 500 Menschen ertrunken.

dpa

stol