Die auf der Tür des Garagen- und Eingangsbereichs der Villa in Garlasco gefundenen Fingerabdrücke, bei der am 13. August 2007 Chiara Poggi brutal getötet wurde, stammen vom Bruder der Opfer, Marco Poggi, sowie von einem Carabiniere, der unmittelbar nach dem Mord am Tatort war. <BR /><BR />Auf einem blauen Müllsack, der direkt nach der Tat sichergestellt wurde, finden sich die Fingerabdrücke der getöteten 26-Jährigen, die mehrfach am Kopf getroffen wurde - mit einem bislang nie gefundenen Objekt. Die vom Sachverständigen Giovanni Di Censo durchgeführten Analysen bestätigen somit das bereits vor 18 Jahren ermittelte Szenario. <h3> Ergebnisse stützen die bisherigen Ermittlungen</h3>Untersucht wurden 30 Acetatfolien mit etwa 50 Fingerabdrücken. Unter den bisher unidentifizierten Abdrücken befanden sich zwei Palmabdrücke: einer stammt von einem Carabiniere, der vermutlich die Tatortspuren sicherte, der andere von Marco Poggi. <BR /><BR />Gegenstand der neuen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Pavia ist Andrea Sempio, ein Freund von Chiaras Bruder Marco, der nach Ansicht der Ermittler möglicherweise gemeinsam mit weiteren Personen für die Tat verantwortlich gewesen sein könnte. Der damalige Freund der Frau, Alberto Stasi, wurde zu einer letztinstanzlichen 16-jährige Haftstrafe verurteilt. Die neuen Ergebnisse stützen die bisherigen Ermittlungen und die bereits rechtskräftige Verurteilung Stasis.<h3> Wurde der Staatsanwalt bestochen?</h3>Parallel dazu wartet die Staatsanwaltschaft Brescia auf die Befragung ehemaliger Anwälte von Sempio. Die Ermittlungen drehen sich um den Verdacht der Urkundenfälschung und Bestechung. Dabei stehen der ehemalige Staatsanwalt Mario Venditti und Giuseppe Sempio, Andreas Vater, im Fokus: Laut Staatsanwaltschaft soll der inzwischen pensionierte Staatsanwalt Geld von Giuseppe Sempio erhalten haben, um dessen Sohn zu entlasten. Beide bestritten dies und gaben an, das Geld sei für die Anwaltskosten des 37-Jährigen im Jahr 2017 vorgesehen gewesen. Drei beteiligte Anwälte sollen in Kürze als Zeugen befragt werden.