Der für die Universität zuständige Landesrat Philipp Achammer betont, dass noch mehrere Gespräche geführt werden. Eine Entscheidung werde „zeitnah“ fallen. Bereits in dieser Woche stehen weitere Treffen an – unter anderem am Dienstag, wenn die Landesregierung in Bruneck mit den Bürgermeistern des Pustertals zusammentrifft.<BR /><BR />Im Tal selbst wächst unterdessen der Widerstand. Die politische Spitze des Bezirks hat sich – wie berichtet – klar gegen die Verlegung ausgesprochen: Bezirkspräsident Robert Alexander Steger, SVP-Bezirksobmann Meinhard Durnwalder und Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg ebenso wie die Bezirksführung der Jungen Generation rund um Matthias von Wenzl.<BR /><BR /> Auch von der Oppositionsseite kommt Kritik. Lukas Gioga von „Sinistra – die Linke“ erklärt, dass die Schließung des Standortes Bruneck nicht zur Debatte stehen dürfe. In einer Aussendung bezeichnet er die aktuelle Situation als Weckruf: Es brauche endlich eine Politik, die Mobilität und leistbaren Wohnraum als Grundvoraussetzungen für Bildung begreife. Derzeit, so Gioga, würden Studierende durch fehlenden Taktverkehr, überlastete Straßen sowie hohe Lebenshaltungs- und Mietkosten „regelrecht aus dem Bezirk gedrängt“.<BR /><BR />Den rund 200 Studentinnen und Studenten in Bruneck ist am Donnerstag jedenfalls mitgeteilt worden, dass der Standort im Studienjahr 2026/27 noch aufrecht bleibt, ab Herbst 2027 der Studiengang aber von Bruneck nach Bozen wechseln wird. <BR /><BR />Entschieden ist das allerdings noch nicht, betont Landesrat Philipp Achammer. Wie berichtet, ist es die Landesregierung, die im Zuge der Leistungsvereinbarung mit der Universität auch über die Zukunft des Standortes Bruneck offiziell befinden wird. <BR /><BR />Keine Freude mit einem Abzug des Tourismusstudienganges hat man auch in Bruneck. Laut Bürgermeister Bruno Wolf laufen seit Monaten Gespräche mit der Landesregierung, und die Stadtverwaltung kämpfe seither für den Unistandort oder, sollte dieser wirklich nicht zu halten sein, für ein alternatives Angebot. Bruno Wolf spricht angesichts des Pflegekräftemangels von einer Ausbildung im Gesundheitsbereich, etwa einer Schule für Pflege und Soziales, die dringend notwendig sei. <BR /><BR />Im Raum steht aber auch eine Höhere Hotelfachschule, die es bereits einmal an der Landeshotelfachschule Kaiserhof in Meran gab, aber nun mit einem neuen Konzept neu aufgelegt und aufgebaut werden soll. Allerdings gibt es dafür auch andere Bewerber – unter anderem macht sich auch Meran erneut dafür stark. <BR /><BR />Im Pustertal richtet sich der Blick nun jedenfalls auf den morgigen Dienstag: Bezirksspitze und Bürgermeister erwarten sich beim Treffen mit der Landesregierung eine klare Stellungnahme – und möglichst schnell eine Entscheidung, die für Planungssicherheit sorgt.