Insgesamt stehen fünf Sitze zur Wahl, die nach einem geografischen Schlüssel aufgeteilt sind. Formsache ist die Wahl des afrikanischen und lateinamerikanischen Sitzes, weil dort jeweils nur ein Staat (Simbabwe bzw. Trinidad und Tobago) kandidiert. Um den asiatischen Sitz gibt es ein Zweierrennen zwischen den Philippinen und Kirgistan, um zwei westeuropäische Sitze ein Dreier-Rennen zwischen Deutschland, Österreich und Portugal.<h3> Bei letztem Antreten schaffte es Österreich auf Anhieb</h3>Österreich hatte es schon bei seiner letzten Kandidatur um einen Sicherheitsratssitz für die Jahre 2009/2010 mit einer Kampfabstimmung gegen die Türkei und Island zu tun. Damals erreichte Österreich im ersten Wahlgang 133 Stimmen, um vier mehr als erforderlich. Die Türkei kam auf 151 Stimmen, Island auf 87 und Australien – das gar nicht kandidiert hatte – auf eine Stimme.<BR /><BR />Bei den letzten beiden Wahlen der westeuropäischen Gruppe (2022 und 2024) wurden die Bewerber jeweils glatt gewählt, ebenso wie im Jahr 2018. Damals hatte Israel seine Kandidatur zurückgezogen, was den Weg freimachte für Deutschland und Belgien. Zwei Jahre später gab es ein Dreierrennen mit einem denkbar knappen Ausgang. Irland schaffte mit 128 Stimmen genau die Zwei-Drittel-Mehrheit, während Norwegen auf 130 Stimmen kam. Kanada hatte mit 108 Stimmen das Nachsehen.<h3> Erster Wahlgang oft vorentscheidend</h3>Auch davor hatte es wiederholt Kampfabstimmungen gegeben. 2010 warfen Deutschland, Portugal und Kanada den Ring. Deutschland wurde mit 128 Stimmen im ersten Wahlgang gewählt, Portugal erreichte 121 Stimmen, Kanada 114. Nachdem Portugal seinen Vorsprung im zweiten Wahlgang auf 113 zu 78 Stimmen vergrößern konnte, zog Kanada seine Kandidatur zurück. Im dritten Wahlgang entfielen 150 Stimmen auf Portugal.<BR /><BR />Oft gibt es in solchen Rennen einen Favoriten, der auf Anhieb gewählt wird. Der Zweitplatzierte kann sich gute Chancen ausrechnen, in weiteren Wahlgängen Stimmen vom Drittplatzierten abzuziehen. Dies zeigte sich auch 2014, als Spanien die Türkei im ersten Wahlgang mit 121 zu 109 Stimmen hinter sich ließ. Im zweiten Wahlgang wuchs der Vorsprung auf 120 zu 73, und im dritten auf 132 zu 60, womit Spanien die Zwei-Drittel-Mehrheit erreichte. Neuseeland hatte sich damals in der ersten Runde mit 145 Stimmen durchgesetzt.<h3> Italien und Niederlande teilten sich Mandat nach Patt</h3>Seltener geht es in die Gegenrichtung, etwa im Jahr 2016. Damals verfehlten die Niederlande die Zwei-Drittel-Mehrheit im ersten Wahlgang nur um drei Stimmen und verwiesen Italien mit 125 zu 113 Stimmen auf den dritten Platz. Im zweiten Wahlgang folgte ein dramatischer Einbruch auf 99 zu 92 Stimmen. In den weiteren Wahlgängen schrumpfte der Vorsprung weiter, bis es im fünften zu einem Patt von 95 zu 95 kam. Die beiden Außenminister Bert Koenders und Paolo Gentiloni fanden daraufhin eine salomonische Lösung, indem sie eine Teilung des zweijährigen Mandats vereinbarten. Die Niederlande zogen ihre Kandidatur formell zurück, woraufhin Italien mit 179 Stimmen gewählt wurde.<h3> Längste Wahl zog sich über 155 Runden</h3>Solche Wahlkrimis sind freilich selten und meist bei Auseinandersetzungen um einzelne Sitze anzutreffen. Etwa im Jahr 2011, als Slowenien und Aserbaidschan um einen Sitz der osteuropäischen Staatengruppe kämpften und sich die Ex-Sowjetrepublik erst im 17. Wahlgang durchsetzen. Der Rekord für die längste Wahl eines Sicherheitsratsmitglieds wurde übrigens im Jahr 1979 aufgestellt.<BR /><BR /> Damals brauchte es 155 Abstimmungen, um einen lateinamerikanischen Sitz im mächtigsten UNO-Gremium zu besetzen. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges konnten einander das kommunistische Kuba und das kapitalistische Kolumbien über 154 Wahlrunden in Schach halten. Nachdem sich der Wahlprozess schon in die neue Wahlperiode hineinzog, hatten die Kontrahenten ein Einsehen und zogen zugunsten Mexikos zurück, das am 7. Jänner im 155. Wahlgang gewählt wurde.