Sonntag, 12. April 2020

Unruhen nach Tod von 19-Jährigem in Brüssel – 57 Festnahmen

Der Tod eines 19-Jährigen bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei hat in Belgien trotz Corona-Ausgangsbeschränkungen Unruhen ausgelöst. Die Exekutive nahm bei den Vorfällen in der Gemeinde Anderlecht in der Region Brüssel-Hauptstadt bis Sonntag 57 Menschen fest, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Am Samstagabend waren es noch 43 Festnahmen gewesen.

Aufgebrachte Menschen strömten trotz Versammlungsverbots zusammen.
Aufgebrachte Menschen strömten trotz Versammlungsverbots zusammen. - Foto: © APA (AFP) / OLIVIER GOUALLEC
In der Nacht habe es jedoch weitere Ansammlungen gegeben, Autos seien in Brand gesteckt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Trotz Versammlungsverbots waren im Laufe des Samstags an mehreren Plätzen in Anderlecht aufgebrachte Menschen zusammengekommen. Als die Polizei versuchte, die Ansammlungen aufzulösen, eskalierte die Situation laut Belga. Die Beamten seien zum Teil mit Steinen beworfen worden.

Der Sender RTBF schrieb von „extremen Spannungen“. Auf Videos sei zu sehen, wie ein Mann mit einer Waffe, die er offenbar von einem Polizisten gestohlen habe, in die Luft schießt. Mittlerweile sei die Situation unter Kontrolle, schrieb Belga am Samstagabend unter Berufung auf die Polizei.

Der 19-Jährige war am Vorabend mit einem Motorroller vor einer Polizeistreife geflohen und schließlich mit einem Polizeiwagen zusammengestoßen. Dabei kam er ums Leben.

apa

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