Samstag, 16. Oktober 2021

„Unser Hausmeister wird überleben“

Der Schock nach dem Großbrand im Haflinger Hotel „Chalet Mirabell“ am Donnerstagabend sitzt immer noch tief. Dennoch ist die Hoteliersfamilie Reiterer erleichtert. „Unser Hausmeister hat schwere Verbrennungen erlitten, er wird aber überleben“, sagte Juniorchef Martin Reiterer am Freitag.

Zum Unglück war es am Donnerstagabend gekommen.
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Zum Unglück war es am Donnerstagabend gekommen. - Foto: © Video Aktiv Schnalstal
Beim Entzünden eines Bio-Ethanol-Kamins in einer Suite im dritten Stock des Hotels „Chalet Mirabell“ war es am Donnerstag gegen 18.20 Uhr aus nicht bekannter Ursache zu einer Explosion gekommen: Dabei wurde Hausmeister V. K., Jahrgang 1972, aus der Ukraine lebensgefährlich verletzt. Etwa 60 Prozent seiner Körperoberfläche sollen zweit- bis drittgradig verbrannt sein.

Der Hotelangestellte schleppte sich mit letzter Kraft ins Freie. Für eine Spezialbehandlung wurde er nach Padua gebracht. Die beiden Gäste in der Suite, die Frau war zum Zeitpunkt der Explosion in der kleinen Sauna und der Mann unter der Dusche, konnten sich selbst in Sicherheit bringen.

Verletzte Gäste und Hotelangestellte haben das Krankenhaus verlassen

Die 8 mittelschwer verletzten Gäste und Hotelangestellten, 6 Männer und 2 Frauen, haben das Meraner Krankenhaus bereits in der Nacht auf Freitag verlassen. Das zerstörte Zimmer im dritten Stock des Luxushotels wurde auf Anweisung von Staatsanwalt Igor Secco beschlagnahmt. Die Carabinieri ermitteln. Laut Hauptbrandinspektor Hansjörg Elsler wurde die Bozner Berufsfeuerwehr nicht zur Brandursachenermittlung angefordert, vermutlich weil die Brandursache klar ist. „Der Hotelbetrieb geht weiter, auch im dritten Stock“, berichtete Juniorchef Martin Reiterer.

Zufrieden mit dem Ablauf des Einsatzes ist Ulrich Alber, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hafling: „Wir konnten ein Ausbreiten des Brandes verhindern. Die Wasserschäden sind minimal. Rauchschäden gibt es vor allem im Gang des dritten Stockes.“ Alber dankte allen Einsatzkräften der Feuerwehren, des Weißen und Roten Kreuzes, der Flugrettung und der Carabinieri für die gute Zusammenarbeit. „Es waren allein etwa 120 Wehrleute im Einsatz“, sagte er. „Ein Großteil der Gäste konnte nach dem Brand im Hotel bleiben, nur einige mussten in anderen Gastbetrieben untergebracht werden.“

„Die Rettungskette hat perfekt funktioniert“, lobte die Haflinger Bürgermeisterin Sonja Plank am Freitag. „Die Einsatzkräfte waren schnell und haben wirklich sehr gut gearbeitet. Tragisch ist, dass der Hausmeister so schwer verletzt wurde. Ich hoffe, dass er überlebt und bald wieder auf die Beine kommt.“

fm

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