Seit dem letzten Mond-Abenteuer der USA sind fast 50 Jahre vergangen. Apollo 17 brachte damals, im Dezember 1972, den Geologen Harrison Schmitt (87) und den Kommandanten Eugene Cernan zum Erdtrabanten. Am kommenden Montag bricht nun für die NASA ein neues Mond- Zeitalter an, die Artemis-Ära. <BR /><BR />Am Montag um 14.33 Uhr (MESZ) soll eine Mondrakete – ein Space-Launch-System inklusive Orion-Raumschiff – starten. Diesmal noch unbemannt, besser gesagt unbefraut. Die Riesenrakete steht bereits auf der Startrampe des Kennedy Space Centers in Florida und wartet auf den Countdown zur Artemis-I-Mission. Der 2. und 5. September sind als mögliche Ausweichtermine vorgesehen. Artemis I soll den Mond umkreisen und rund 40 Tage später wieder im Pazifik landen. <BR /><BR />Menschen sind keine an Bord – aber immerhin 2 Puppen, Zohar und Helga, an denen eine Schutzweste getestet wird. Außerdem sieht die Mission vor, dass auf der Reise zum und um den Mond mehrere CubeSat-Satelliten ausgesetzt werden, die in der Folge den Erdtrabanten umkreisen sollen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="803678_image" /></div> <BR />Verläuft alles nach Plan, beginnt 2024 die Phase Artemis II. Dabei ist eine bemannte – befraute – Mission in der Mondumlaufbahn vorgesehen. Die heiße Phase ist allerdings Artemis III, die voraussichtlich 2025 über die Bühne geht. 4 Astronautinnen und Astronauten werden dann in die Mondumlaufbahn gebracht, wo 2 von ihnen dann in ein Landefahrzeug umsteigen, auf dem Mond landen und 6 Tage lang wissenschaftliche Experimente durchführen. <BR /><BR />In punkto Crew gibt es für das 30-Milliarden-Dollar-Projekt genaue Vorgaben an die NASA: Ein Kanadier muss mit, ebenso der erste nicht-weiße Mensch, ein Europäer und auf jeden Fall eine Frau. Wer (nach 12 Männern) die erste Frau im Mond – pardon, auf dem Mond – sein wird, steht noch nicht fest. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="803681_image" /></div> <BR /><BR />Nach NASA-Angaben sind alle aktuellen Astronautinnen mögliche Kandidatinnen. Laut ESA-Chef Josef Aschbacher (60) hat Samantha Cristoforetti, die seit April einen Top-Job als Leiterin der Internationalen Raumstation ISS leistet und als erste europäische Frau einen mehrstündigen Außeneinsatz im All absolvierte, hervorragende Chancen, ausgewählt zu werden. Sie wird sich gegen ein gutes Dutzend amerikanischen Astronautinnen durchsetzen müssen, im aktuellen ESA-Kader ist sie hingegen die einzige Frau.<BR /><BR />AstroSamantha wuchs in Malè (Sulzberg) auf, hat die Mittelschule und das Sprachengymnasium in Bozen („Marcelline“) sowie das Lyzeum in Trient besucht. Anschließend studierte sie in München Maschinenbau mit Schwerpunkt Antriebe und Leichtbaustrukturen in der Luft- und Raumfahrt. Sie ist mit dem französischen ESA-Astronautentrainer Lionel Ferra liiert, die beiden haben 2 Kinder – Kelsi Amel (5) und Dorian Lev (1) – und leben in Köln.<BR /><BR /><BR />