Seit dem Jahr 2011 führt die Bezirksgemeinschaft Pustertal das übergemeindliche Radwegenetz von der Mühlbacher Klause bis Winnebach und von Sand in Taufers bis Bruneck inklusive Nebenrouten. Sie ist für die Instandhaltung und Sanierung von derzeit 90 Kilometern zuständig und haftet für Schäden aufgrund von Mängeln an den Wegen; den Gemeinden obliegen die rund 40 Kilometer in ihrem jeweiligen Gebiet. Für Instandhaltung, Sanierung und Neubau sind die örtlichen Träger vorwiegend auf die Finanzierungen des Landes angewiesen. Doch von dort tröpfelt das Geld nur spärlich, beklagen Robert Alexander Steger, der Präsident der Bezirksgemeinschaft, und Friedrich Mittermair, der zuständige Bezirksreferent für die Radwege. „Bis 2019 war die Finanzierung der Radwege in der Gemeindenfinanzierung enthalten“, erklärt Steger. Damals seien 7,5 Millionen Euro pro Jahr in die Radmobilität im ganzen Land geflossen. Danach wurde das Amt für nachhaltige Mobilität zuständig und die bis dahin fixe Finanzierung aufgegeben, sagt Steger. „Über die Gemeindenfinanzierung hätte es in diesen 5 Jahren gut 37 Millionen Euro für die Radwege gegeben, tatsächlich war es nur ein Bruchteil davon.“<h3> Finanzierung für Ahrntal und Prags zugesagt</h3>Entsprechend schleppend gehe es mit der Beseitigung einiger Nadelöhre und der Anbindung der Seitentäler an die Hauptroute voran. So müsse in Gais eine Gefahrenzone in der Industriezone beseitigt werden, und der Radweg von Bruneck nach Pfalzen sei zu verwirklichen. Auf beide Projekte drängten Steger und Mittermair in dieser Woche bei einem Treffen mit Landesrat Daniel Alfreider. Dieser sicherte die Finanzierung für ein Ausbauprojekt im Ahrntal, konkret für den Abschnitt Arzbachbrücke bis Dorfeinfahrt St. Johann, zu. Kostenpunkt: 900.000 Euro. Ebenso zugesichert wurde die Finanzierung der Planungskosten für den Ausbau des Abschnitts Schmieden-Pragser Wildsee. Beide Vorhaben werden nun in Angriff genommen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1034625_image" /></div> <BR />„Wenn uns nachhaltige Mobilität wirklich wichtig ist, dann muss man die vergleichsweise bescheidenen Mittel dafür zur Verfügung stellen“, sagt Friedrich Mittermair. „Radwege sind eine soziale Infrastruktur, die von Südtiroler Familien nicht weniger genutzt wird als von Touristen.“ Aus dem Pustertal kommt deshalb die klare Forderung, zur fixen Finanzierung, die es bis 2019 gab, zurückzukehren. <h3> Das Radwegenetz im Pustertal in Zahlen</h3>Mit <b>128 Kilometern</b> ist das Radwegenetz im Pustertal das größte landesweit.<BR /><BR /><b>20 Prozent</b> der Wege sind nur für Radfahrer, der Rest darf auch von Fußgängern, Traktoren und Pkw genutzt werden. <BR /><BR /><b>60 bis 70 Prozent</b> der Route ist asphaltiert, sonst Schotterweg oder befestigter Boden. <BR /><BR /><b>1000 Euro pro Kilometer</b> kostet die ordentliche Instandhaltung (Kehren, Mähen) des Radwegenetzes. Diese Arbeiten übernimmt die Sozialgenossenschaft JAI. <BR /><BR /><b>Rund 400.000 Euro</b> im Jahr fließen in die außerordentliche Instandhaltung (Asphaltierung, Errichten von Zäunen)<BR /><BR /><b>Ein Mal pro Monat</b> wird das gesamte Radwegenetz abgefahren und der Zustand durch Videoaufnahmen dokumentiert.<BR /><BR />Von 2022 bis 2024 wurden u.a. Ausbauprojekte wie der Gratsch-Graaboden in Toblach, der Anschluss der Gemeinde Rasen an die Hauptroute, der Ausbau Bruneck-St. Georgen und eine Veilzahl an Instandhaltungsarbeiten mit ca. <b>4 Mio. Euro</b> vom Land finanziert.