Freitag, 11. März 2016

Unsicheres Bozen? Nein, sagt der Quästor und verweist auf Zahlen

Die Zone am Bozner Bahnhof sei eine der gefährlichsten der Stadt, es werde zu selten kontrolliert - und viel zu oft würden straffällig Gewordene wieder laufen gelassen. Bozens Quästor kennt all die Anklagen besorgter Bürger. Und er reagiert und legt Zahlen vor, die für Erfolge der verschäften Kontrollen vor Ort sprechen sollen.

Am und rund um den Bahnhof kommt es immer wieder zu Straftaten. Die Polizei sieht aber nicht tatenlos zu, so der Quästor.
Badge Local
Am und rund um den Bahnhof kommt es immer wieder zu Straftaten. Die Polizei sieht aber nicht tatenlos zu, so der Quästor. - Foto: © D

Der jüngste Übergriff hat die Frage nach Recht und Ordnung, bzw. Gesetzlosigkeit und Unvermögen wieder angefacht. Die Rede ist vom Fall Adama Bambore (30) aus Burkina Faso, dem in Südtirol Asyl gewährt worden war. Der Mann hatte eine Trafikantin am Bahnhofsplatz wiederholt bedroht - und kam immer wieder binnen Stunden auf freien Fuß. Denn: Für Bedrohung sieht das italienische Gesetz lediglich eine Anzeige vor, erst bei Verurteilung gibt es bis zu sechs Monate Haft. 

Am meisten kontrollierte Zone

Nun hat Quästor Lucio Carluccio reagiert, die betroffene Frau besucht und ihr erklärt, dass man nach den derzeit geltenden Gesetzen keine andere Handhabe habe. Dies allein tröstet wohl wenig. Nichtsdestotrotz will der Quästor die Behauptung, man würde nichts unternehmen, um die Zone um den Bozner Bahnhof zu sichern, nicht auf der Staatspolizei sitzen lassen. 

"Die Zone Bahnhof und Bahnhofspark gehört zu den am meisten überwachten und kontrollierten Gegenden der Stadt", so der Quästor am Freitag. Und er legt auch gleich Zahlen vor, die dies untermauern sollen. 

62 Ausweisungen in einem halben Jahr

So spricht er ganz gezielt auch von den des Landes Verwiesenen. So seien im letzten Halbjahr 62 Personen ausgewiesen worden, sechs davon wurden bis zur Grenze gebracht. Dass der Quästor bei Straf- und Wiederholungstätern zu dem Mittel greift, hat er in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Von den 62 Ausgewiesenen seien 50 von der Bahnpolizei, 12 von der Staatspolizei im Umfeld des Bahnhofes ausgegriffen worden. 21 stammen aus Marokko, 14 aus Tunesien, 9 Algerien, 3 Albanien und 2 aus Ägypten. 

Nicht alle werden laufengelassen

Zudem hätten die Ordnungshüter im Zuge von Kontrollen in und am Bahnhof fünf Personen wegen Drogenhandel und Widerstand sowie Körperverletzung verhaftet, 18 Verfolgungen vorgenommen und 49 Anzeigen getätigt, die von Waffenbesitz und Diebstahl über Drogen und Falschgeld bis Belästigung und Körperverletzung reichen. 
In 16 Fällen wurde auch die Untersuchungshaft verhängt. Es ging dreimal um Einbruch, 7 Mal um Raub, einmal um Mord (STOL hat berichtet) und zweimal um Mordversuch. 

Kann auch Bambore ausgewiesen werden?

Zurück zum Fall Adama Bambore: Auch dort will der Quästor nicht untätig bleiben. Der Bereich der Tabaktrafik werde verschärft überwacht. Und: Könnte dem Mann Stalking nachgewiesen werden, so hätten die Behörden auch eine Möglichkeit, das genehmigte Asyl wieder aufheben zu lassen. 

stol/ker

stol