Es ist ein Vorhaben, das laut Unterberger zur Unzeit kommt. Das Ministerium für Chancengleichheit plane per Legislativdekret, die Gleichstellungsrätinnen auf regionaler Ebene zu streichen und durch eine zentrale Stelle in Rom zu ersetzen.<BR /><BR />„Ich hoffe, dass das Ministerium diesen Schritt noch einmal überdenkt“, so die Vorsitzende der Autonomiegruppe im Senat. Für sie sind die Rätinnen vor Ort unverzichtbare Anlaufstellen bei Problemen wie Lohnungleichheit, Mobbing oder Schwierigkeiten rund um die Mutterschaft. „Jedes Gebiet hat spezifische Bedürfnisse, die nicht von einer fernen Struktur in Rom gesteuert werden können“, betont die Senatorin.<h3> Erschreckende Zahlen zum Gender Gap</h3>Unterberger untermauert ihre Forderung mit aktuellen Daten aus dem Genderbericht des INPS. Die Zahlen zeichnen ein klares Bild der strukturellen Benachteiligung von Frauen auf dem italienischen Arbeitsmarkt: Während 71,1 Prozent der Männer erwerbstätig sind, liegt die Quote bei den Frauen lediglich bei 53,3 Prozent. Nur 36,7 Prozent der unbefristeten Neueinstellungen entfallen auf Frauen. Über 67 Prozent aller Teilzeitverträge werden von Frauen gehalten. Frauen beanspruchten 2024 rund 15,4 Millionen Elternzeittage, Männer hingegen nur 2,8 Millionen.<h3> „Qualifikation mündet nicht in Chancen“</h3>Besonders paradox: Obwohl Frauen sowohl bei den Oberschul- als auch bei den Hochschulabschlüssen die Mehrheit bilden, verdienen sie im Schnitt 25 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Auch in den Führungsetagen der Privatwirtschaft sind sie mit einem Anteil von nur rund 22 Prozent weiterhin deutlich unterrepräsentiert.<BR /><BR />„Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass Qualifikation und Leistung noch immer nicht in gleichwertige berufliche Chancen münden“, kritisiert Unterberger.<BR /><BR />Die Folgen dieser lebenslangen Ungleichheit zeigen sich laut der Senatorin massiv bei der Alterssicherung. Bei den Altersrenten beträgt der Abstand zwischen den Geschlechtern 44,2 Prozent. Lückenhafte Erwerbsverläufe und Lohnunterschiede führen so direkt in die Altersarmut.<h3> Investitionen statt Zentralisierung</h3>Für die Senatorin ist klar: Statt wichtige Stellen vor Ort abzubauen, müsse der Staat massiv in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf investieren. „Es braucht deutlich stärkere Investitionen in Elternzeiten, in hochwertige frühkindliche Bildung und verlässliche Unterstützung für Familien“, fordert Unterberger abschließend. Die Gleichstellung sei keine reine „Frauenfrage“, sondern eine zentrale soziale und wirtschaftliche Zukunftsfrage für das ganze Land.