<BR />„Nicht die Teilnahme von Vertretern der SVP an der antifaschistischen Kundgebung am Samstag in Bozen ist unangebracht. Unangebracht sind die Worte von Galateo, immerhin Landeshauptmannstellvertreter von Südtirol, von dem man inzwischen ja einiges gewohnt ist. Nach seiner absurden Kritik an dem berechtigten Hinweis auf das historische Tirol geht es jetzt so weit, ein Projekt ethnischer Deportation und Aushöhlung verfassungsmäßiger Grundsätze zu rechtfertigen. Dies offenkundig um sich die Sympathien der xenophoben und faschistischen Rechten warm zu halten.“ <BR /><BR />Dies schreibt die SVP-Senatorin und Präsidentin der Autonomiegruppe, Julia Unterberger, in einer Mitteilung.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1281180_image" /></div> <BR /><BR />„Dabei scheint er den Gesetzesvorschlag nicht richtig gelesen zu haben. Ziel der sogenannten Remigration ist die Ausweisung aller Ausländerinnen und Ausländer, auch von Personen mit gültiger Aufenthaltserlaubnis oder mit inzwischen erworbener Staatsbürgerschaft“, so Unterberger. <BR /><BR />„Gleichzeitig sollen Nachfahren italienischer Staatsbürger zur Rückkehr angehalten und die Geburtenrate der italienischen Bevölkerung angekurbelt werden.“<BR /><BR />„Es geht also keineswegs um eine effizientere Steuerung von Migration, sondern um die Einführung von Bürgerinnen und Bürgern erster und zweiter Klasse, auf der Grundlage ethnischer und rassistischer Kriterien, wie sie in Italien seit den Rassengesetzen von 1938 keinen Platz mehr haben sollten“, so Unterberger.<BR /><BR />„Der wichtigste Ideologe der Remigrationstheorie, Martin Sellner, wurde in vielen europäischen Ländern zur unerwünschten Person erklärt. In Deutschland haben die etablierten Parteien die sogenannte Brandmauer gegen Vertreter dieser Thesen aufgezogen. Ausgerechnet im vom Faschismus derart schikanierten Südtirol erlaubt es sich der Landeshauptmannstellvertreter, diesen Theorien zu huldigen.<BR />Südtirol und die Stadt Bozen wissen aus eigener Erfahrung, was der Faschismus bedeutet hat, was eine Gesellschaft bedeutet, die auf dem Prinzip der Überlegenheit einer Bevölkerungsgruppe organisiert ist.“<BR /><BR />„Ich bin überzeugt, dass nach den Worten Galateos noch mehr Bürgerinnen und Bürger am Samstag entschlossen auf die Straße gehen, um an der antifaschistischen Gegendemonstration teilzunehmen. Auch ich werde natürlich dabei sein“, so Unterberger.