An der Projektidee arbeitet Repetto gemeinsam mit den Gemeinden seit mehreren Monaten - am Mittwoch informierte er erstmals direkt die Bevölkerung über die Projektstudie und den Stand der Dinge und darüber, wie ein Umwälzkraftwerk funktioniert."Wir sind hier, um gemeinsam zu entscheiden, in welche Richtung sich diese Idee weiterentwickeln soll", so Repetto vor ca. 80 Zuhörern."Nachdem uns die Gemeinderäte von Branzoll und Aldein im Februar ihr grundsätzliches Interesse bestätigt hatten, diese Idee weiter zu verfolgen, haben wir die technische Umsetzung studiert - insgesamt schon in 14 Varianten", so Repetto. Der aktuellste Stand der Dinge wurde den anwesenden Bürgern von Branzoll präsentiert: Die gewöhnlich als Kavernen angelegten Wasserspeicher würden in diesem Fall - sowohl berg- als auch talseitig - als Tunnelröhren angelegt: "Nach dieser Studie befänden wir uns auch bergseitig durchschnittlich 100 Meter unter der Erdoberfläche", so Repetto. Die Zahlen zur Studie: Insgesamt würden zwei Tunnelröhren mit je 7 Kilometer Länge in den Berg gebohrt. Das jeweilige Fassungsvermögen beträgt 850.000 Kubikmeter. Das Gefälle zwischen den Röhren-Speichern beträgt 950 Meter; damit könnten jeweils 4 bis 5 Stunden lang 450 MW Strom erzeugt werden.Die Sicherheit"Die Sicherheit ist das Allerwichtigste eines solchen Projektes - von der Baustelle bis hin zum fertigen Werk", bekräftigte Repetto und kündigte eigene, detaillierte Sicherheitsstudien zu einem möglichen Ausführungsprojekt an. Schon jetzt habe man auch an mögliche weitere Sicherheitsrisiken gedacht, etwa die Baustellensicherheit. Mit CISL-Gewerkschafter Michele Buonerba sei vereinbart worden, ein Pilotprojekt für Sicherheit am Bau zu entwickeln.Finanzierung und lokale WertschöpfungZur Finanzierbarkeit holte sich Repetto ein Gutachten des Beraternetzwerkes KPMG ein. Spezialisierte europäische Investmentfonds, die bereits ihr Interesse bekundet haben, gebe es bereits. "Wir ziehen natürlich auch lokale Investoren in Betracht - das Gesamtvolumen von rund 500 Millionen Euro wird hier jedoch nicht zu bewältigen sein", so Repetto. Wesentlich sei dagegen, dass die Geldflüsse alle über die lokalen Banken abgewickelt werden - "das bringt Wertschöpfung nach Branzoll und Aldein", so Repetto. Auch die lokalen Handwerker sollen direkt mitwirken: indem sie - im Direktauftrag der Projekttreiber - an Baustelleneinrichtung, Logistik u.ä. mitarbeiten. Nach Inbetriebnahme würden natürlich auch die Gemeinden an den Einnahmen beteiligt - in Form von Abgaben, die noch genau zu berechnen sind. Repetto: "Die genauen Zahlen wissen wir, sobald das Projekt steht und wir gemeinsam an den Verträgen arbeiten. Nageln Sie mich nicht drauf fest, aber es sollten zwischen 700.000 und 900.000 Euro pro Jahr sein, die sich die Gemeinden teilen können - 25 Jahre lang.Die weiteren Schritte: Diskussion"Alles, was gemacht oder nicht gemacht wird, sollen alle wissen und darüber mitentscheiden - in unsere bisherige Studienarbeit sind schon viele Anregungen aus Gesprächen mit den Gemeinden eingeflossen", erklärte Repetto.