Drei Stunden diskutierten die Vertreter der SVP-Unterland mit Steger, Meinhard Durnwalder, Julia Unterberger, Harald Stauder. Sogar Uni-Professor Walter Obwexer hatten sie mitgebracht. Doch um juridische Fragen geht es im Tauziehen um das Unterland schon längst nicht mehr.<BR /><BR />„Die Leute interessiert das juridische Drumherum nicht. Fakt bleibt, dass sie das Unterland verkaufen, weil sie gepackelt haben“, ließ die Neumarkter Bürgermeisterin Karin Jost Dampf ab. Blauäugig habe man Obmann Steger geglaubt, als er am 20. Juli beim Aufmarsch der Unterlandler in der Brennerstraße „vor versammelter Mannschaft erklärt hat, dass die Senatoren gegen die Wahlreform stimmen“ werde. „Zwei Tage später lesen wir aus der Zeitung, dass dem nicht so ist“, so Jost. Für Ex-Bezirksobmann Oswald Schiefer hat die SVP als Gesamtpartei bei der Wahlreform ihre Schäfchen ins Trockene gebracht und fünf von sechs möglichen Parlamentariern abgesichert. Geopfert werde aber das Unterland. „Warum aber müssen immer wir für die Gesamtinteressen der Partei herhalten?“, fragte Schiefer.<BR /><BR />„Das Kleine wird für das Große geopfert. Wir stehen da wie die begossenen Pudel und müssen den Kopf für etwas hinhalten, das wir nicht nur ablehnen, sondern von dem wir nicht einmal informiert wurden“, sagt Manfred Mayr, Bürgermeister von Kurtinig. Lieber aber gehe man „mit fliegenden Fahnen unter“, als einzulenken. Im Klartext: Die Unterlandler blieben bei ihrer Forderung, dass die SVP-Senatoren gegen die Reform stimmen müssen, wenn das Unterland geteilt wird. Erfülle die SVP dies nicht, tritt der Bezirksausschuss zurück.<BR /><BR />Steger, Durnwalder und Unterberger versuchten die Unterlandler hingegen zu überzeugen, dass Dagegenstimmen nichts bringe. Das Gesetz gehe durch und man riskiere, das Erreichte samt Notenwechsel zu verlieren. Kaum vorstellbar zudem, dass Wien beim Notenwechsel ja zur Reform sage und die SVP dann aber Nein.<BR /><BR />Bei Redaktionsschluss am Donnerstagabend war die Diskussion noch im Gange. Durchgesickert ist von Unterlandler Seite aber, dass Steger und die Senatoren alles versuchen wollen, um die Teilung abzuwenden. Dazu will man jetzt bei den Ministern Tajani, Calderoli und vor allem bei den Fratelli in Rom vorstellig werden. Ob diese im letzten Moment noch den Rückwärtsgang einlegen bleibt fraglich. Wahrscheinlich müsste die SVP dazu mindestens zusagen, 2027 im Senatswahlkreis Unterland nicht alleine anzutreten und sich auch nicht in das Stechen zwischen den Kandidaten von Mitte-Links und Mitte-Rechts einzumischen.