Freitag, 17. Juni 2016

Unternehmer Frasnelli stellt Heim für Flüchtlinge – kostenlos

Zusätzliche 700 Asylantragsteller sollen in den kommenden Monaten in Südtirol eine Unterkunft finden. Die Suche danach ist schwierig. Nun springt Unternehmer Hellmuth Frasnelli ein. Er stellt eine Immobilie in Bozen kostenlos zur Verfügung.

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"Wir erwarten uns aufgrund der aktuellen Entwicklungen, dass der Flüchtlingsstrom in den Sommermonaten wieder zunehmen wird und wollen uns frühzeitig für die Aufnahme neuer Asylbewerber rüsten", betont Soziallandesrätin Martha Stocker in einer Aussendung am Freitag. Bisher wurden in 16 Unterkünften südtirolweit 898 Personen aufgenommen, geplant ist eine Aufstockung um weitere 700 Plätze im Laufe der nächsten Monate.

Das Land ist bisher in Innichen und in Auer fündig geworden, andere Standorte werden derzeit noch überprüft. Der zusätzliche Bedarf in den einzelnen Bezirken wurde bereits ermittelt: Das Burggrafenamt muss weitere 102 Unterkünfte bereitstellen, Eisacktal 139, Pustertal 153, Salten-Schlern 91, Überetsch-Unterland 161 und Vinschgau 54 Plätze.

Geeignete Immobilien, die sofort oder nach geringen baulichen Eingriffen zur Verfügung stehen und mindestens 25 Personen Platz bieten, können als Standort in Betracht gezogen werden, schreibt das Land. Bisher wurden diese nicht nur von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt, auch einige Private haben der Landesverwaltung in ihrem Besitz stehende Einrichtungen zur Unterbringung von Flüchtlingen gemeldet.

35 Menschen ziehen in Frasnelli-Immobilie ein

Der Unternehmer Hellmuth Frasnelli ist einer von ihnen: Er hat dem Land eine Immobilie in der Lagedergasse in Bozen für die Aufnahme von Asylbewerbern zur Verfügung gestellt. Dabei stelle der Unternehmer die Immobilie nicht nur kostenlos zur Verfügung, berichtet das Land. Er habe auch die notwendigen Umbauarbeiten übernommen.

Schlüsselübergabe in der Lagedergasse in Bozen: Manuela Frasnelli, Volontarius-Direktor Claude Rotelli, Hellmuth Frasnelli und Landesrätin Martha Stocker - Foto: LPA

 

Bei der Schlüsselübergabe an die Organisation Volontarius, die die Asylbewerber dort betreuen wird, zeigte sich Landesrätin Martha Stocker erfreut über diese großzügige Geste: "Die Bereitstellung dieser Immobilie ist ein Vorzeigebeispiel. Während der Zeit bis zur Entscheidung ihres Asylantrages finden 35 Menschen hier eine Bleibe und dürfen etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken."

Die Einrichtung wird in besonderer Weise für die Aufnahme von Familien mit Kindern, die einen Asylantrag gestellt haben, verwendet werden, da sie aufgrund von Lage und Eigenschaften dafür geeignet sei.

lpa/stol

stol