Freitag, 15. April 2022

Corona-Symptome vielfach durch andere Erreger ausgelöst

Eine genaue Untersuchung von etwa 100 Patienten mit eindeutigen Corona-Symptomen, die im vergangene Monat vom infektiologischen Labor „infektiologie.tirol“ in Osttirol durchgeführt wurde, zeigt, dass die Bedeutung von SARS-CoV-2 bei diesen Patienten zurückgeht und das epidemiologische Bild deutlich bunter wird.

Eine Untersuchung in Osttirol hat ergeben, dass Corona-Symptome vielfach durch andere Erreger verursacht werden. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

18,4 Prozent der Infektionen wurden von Influenza verursacht, wobei ausschließlich die Varianten H3N2 nachgewiesen wurde. Alle Infektionen betrafen nicht geimpfte Personen.

13,8 Prozent der Fälle konnten auf SARS-CoV2, „das Coronavirus“ zurückgeführt werden. 55 Prozent der untersuchten Proben enthielten die Variante Omikron B1, 41 Prozent Omikron B2, 4 Prozent waren nicht eindeutig zuordenbar. „Die im Herbst dominierende indische Variante wurde von uns seit 12. 02 in Osttirol nicht mehr nachgewiesen“, erklärt der ärztlicher Leiter des infektiologischen Labors „ infektiologie.tirol“, Dr. Gernot Waldner.

Mit einigem Abstand folgen mit je 5 bis 6 Prozent Adenoviren, humane Metapneumonieviren, Enteroviren, Rhinoviren und Parainfluenzaviren.

RSV, im Herbst bei Kindern noch die Hauptursache für Krankenhauseinweisungen spielt saisonbedingt kaum mehr eine Rolle und wurde nur mehr in einem einzigen Fall nachgewiesen.

Corona-Symptome vielfach durch andere Erreger ausgelöst

Auch klassische respiratorische Coronaviren treten laut der Studie wieder in Erscheinung: Hinter 3 Prozent der Infektionen steckt Coronavirus 229E. Personen, die an diesem erkranken sind, obgleich es sich um ein Coronavirus handelt, rechtlich natürlich nicht als „genesen“ im Sinne der Coronamaßnahmen einzustufen – das sorgt mitunter für Verwirrung.

„Rund ein Drittel aller Infektionen werden aktuell durch Bakterien verursacht, bei etwa 10 Prozent der viralen Infektionen tritt in weiterer Folge auch eine bakterielle Infektion auf. Ausschließlich in diesen Fällen hilft eine antibiotische Behandlung, hohes Fieber und ausgeprägtes Krankheitsgefühl allein sollten zwar jedenfalls ärztlich abgeklärt werden, bedingen aber nicht per se den Einsatz von Antibiotika“, erklärt Dr. Waldner in einer Aussendung.

Wer also derzeit Schupfen Husten, Fieber oder ähnliche Symptome habe, leide nicht mehr notwendigerweise an Corona. Das infektiologische Bild wird laut der Untersuchung bunter und wirkt zunehmend post-pandemisch - wohlgemerkt bei klar symptomatischen Patienten. Bei diesen sollte in Zukunft wieder das gesamte differentialdiagnostische Spektrum bedacht und abgeklärt werden.

„SARS-CoV-2 wird uns auch in Zukunft begleiten, nimmt aber langsam einen weniger auffälligen Platz im Infektionsgeschehen ein. Für die nächsten Wochen ist saisonbedingt zudem ein weiterer Rückgang der Infektionszahlen zu erwarten. Auch wenn das Auftreten neuer Varianten bei Corona oder Influenza jederzeit möglich ist zeigt die Lageentwicklung klar in Richtung Normalität. Das sollte uns optimistisch stimmen“, lautet es abschließend in der Aussendung.

stol

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