Montag, 18. November 2019

Unwetter: Hochwasser, Lawinen und abrutschende Hänge

Nicht nur Südtirol stöhnt unter dem Wetterchaos, auch Österreich ist stark betroffen. Von der Außenwelt abgeschnittene Orte, Schlammlawinen und historische Hochwasserpegel: Verheerende Unwetter machen den Menschen vor allem im Westen und Süden Österreichs zu schaffen. Die Meteorologen machen wenig Hoffnung.

Im Ortsteil Badbruck in der Gemeinde Bad Gestein im Salzburger Pongau ist am Sonntag, 18. November 2019, eine Mure auf zwei Wohnhäuser niedergegangen. Eine Person konnte sofort verletzt geborgen werden, eine zweite zwei Stunden später.
Im Ortsteil Badbruck in der Gemeinde Bad Gestein im Salzburger Pongau ist am Sonntag, 18. November 2019, eine Mure auf zwei Wohnhäuser niedergegangen. Eine Person konnte sofort verletzt geborgen werden, eine zweite zwei Stunden später. - Foto: © APA / FMT-PICTURES/MW

Wegen heftiger Schnee- und Regenfälle spitzt sich die Lage in den österreichischen Bundesländern Kärnten und Tirol zu.

Einige Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten, unter anderem in Kärnten das Lesachtal, das Mölltal und die Gemeinde Heiligenblut, wie die „Kleine Zeitung“ in der Nacht zu Montag berichtete. Die Einwohner wurden aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Mehrere Gebäude wurden evakuiert.

In Osttirol sollten die Schulen am Montag wegen der höchsten Lawinen- und Wetterwarnstufe geschlossen bleiben.

In Kärnten traten darüber hinaus mehrere Seen über die Ufer. Der bei Villach gelegene Faaker See führte am späten Sonntagabend ein Hochwasser, wie es statistisch nur alle 100 Jahre vorkommt. Seit der Nacht auf Samstag war der Pegel um rund 40 Zentimeter auf nun 140 Zentimeter angestiegen, wie online abrufbare Messdaten zeigten. In Lavamünd wird die Spitze des Hochwassers erst am Montagmorgen erwartet. Dort wurde ein mobiler Hochwasserschutz errichtet, der Ortskern ist gesperrt.

In der Gemeinde Bad Gastein im Bundesland Salzburg ging in der Nacht zu Montag eine Schlammlawine auf zwei Wohnhäuser nieder, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Zwei Menschen konnten gerettet werden.

Starkregen und Schnee hatten in Österreich am Wochenende zu zahlreichen Muren- und Lawinenabgängen sowie zu Stromausfällen geführt. Aus Sicherheitsgründen mussten zahlreiche Straßen gesperrt werden.

In der Nacht zu Montag sollten Regen und Schneefall langsam nachlassen, wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik mitteilte. In der Nacht auf Dienstag und am Dienstag selbst könne es in Osttirol und Oberkärnten dann stellenweise wieder kräftig regnen und schneien. Die Niederschlagsmengen sollten dann nicht mehr so groß sein, doch die Lage bleibe angespannt.

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apa