Sonntag, 18. September 2016

Unwetter im Erdbebengebiet: Zeltlager werden geräumt

Nachdem eine Schlechtwetterfront seit Tagen das vom Erdbeben am 24. August zerstörte Gebiet zwischen den mittelitalienischen Regionen Latium und Marken schwer belastet, wollen die in Mitleidenschaft gezogenen Gemeinden Maßnahmen für die betroffene Bevölkerung ergreifen.

Seit dem 24. August liegt Amatrice in Schutt und Asche. Nun müssen wegen der Schlechtwetterlage auch die Obdachlosenzelte geräumt werden.
Seit dem 24. August liegt Amatrice in Schutt und Asche. Nun müssen wegen der Schlechtwetterlage auch die Obdachlosenzelte geräumt werden. - Foto: © LaPresse

Ab dem kommenden Freitag sollen in Amatrice, dem Epizentrum des Erdbebens, die Obdachlosen-Zelte abgebaut werden.

Angesichts des bevorstehenden Winters könnten die Obdachlosen in der Berggemeinde nicht in Behelfslagern leben. „Amatrice liegt auf einer Höhe von 1.000 Metern. In den Zelten befinden sich Obdachlose, die physische Probleme haben und auch seelisch nach dem Erdbeben sehr mitgenommen sind. Sie können angesichts der Wetterlage nicht hierbleiben“, sagte der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi, nach Medienangaben vom Sonntag.

4000 Obdachlose werden zurzeit in den Lagern versorgt. 600 Euro im Monat soll jede obdachlos gewordene Familie erhalten, die eine alternative Unterkunft findet. Wenn in einer Familie Menschen mit Behinderung leben, sollen zusätzliche 200 Euro gewährt werden.

Die Regierung will statt Zelte Bungalows für die betroffenen Familien aufstellen. Dies wird jedoch noch einige Monate dauern. „Wir wollen eine Abwanderung aus dieser Gegend verhindern“, berichtete der von der Regierung mit dem Wiederaufbau beauftragte Kommissar Vasco Errani.

297 Menschen kamen beim schweren Erdbeben in Mittelitalien ums Leben. Zwei Opfer waren am Freitag ihren schweren Verletzungen erlegen, teilte der Zivilschutz mit.

apa

stol