Sonntag, 06. August 2017

Unwetternacht in Südtirol: Eine Bilanz

Gewitter, Niederschläge, Hagel: Südtirol - und vor allem das Pustertal - hat eine stürmische Nacht hinter sich. Landesmeteorologe Dieter Peterlin zog Bilanz.

Die Niederschläge und Muren haben in Prags große Schäden angerichtet. - Foto: DLife
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Die Niederschläge und Muren haben in Prags große Schäden angerichtet. - Foto: DLife

Laut dem Experten wurden in der Nacht auf Sonntag an der Wetterstation Toblach 74 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen, das meiste davon in weniger als 2 Stunden. Der durchschnittliche Monatsniederschlag beträgt an dieser Messstation 107 l/m².

In Prags fielen laut Peterlin wohl über 100 Liter pro Quadratmeter. Hier trat der Pragser Bach über die Ufer und überschwemmte das Dorf, es sind große Schäden zu beklagen (STOL hat berichtet). Zahlreiche Straßen im Oberpustertal wurden verlegt.

Weitere Niederschlagsmengen: Sarnthein 47 l/m², Wolkenstein 43 l/m², Brixen 29 l/m², Bruneck 23 l/m². Zudem gab es Hagel: So wurden beispielsweise in Welsberg-Taisen große Hagelkörner von rund 3 Zentimetern beobachtet.

Und damit nicht genug: „Südtirolweit gingen 6.400 Blitzeinschläge nieder“, so Peterlin.

STOL-Leser-Video von Fatima Hernegger:

Doch wie kam es dazu? „Am Samstag gab es nochmals extreme Hitze, an der Laimburg wurden 36,9 Grad Celsius gemessen, außerdem gab es hohe Luftfeuchtigkeit (drückende Schwüle). Beides bedeutet viel Energie, die sich in Form von Gewitter entladen kann. Gefährlich wird es, wenn die Gewitter nicht einfach schnell durchziehen, sondern sich an Ort und Stelle immer wieder neu entwickeln. Dadurch können große Regenmengen zusammenkommen. Genau das ist eben am Samstag im Pustertal, Prags und Gadertal geschehen“, fasst der Wetterexperte zusammen.

Noch könne man nicht Entwarnung geben, auch am Sonntag zieht eine Kaltfront durch, weitere starke Gewitter sind möglich. Erst am Abend soll dann eine landesweite Wetterberuhigung eintreten, schließt Peterlin.

stol

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