Dienstag, 06. November 2018

Unwetterschäden: Es braucht Solidarität und Kommunikation

Der Abtransport, die Lagerung und die Verarbeitung der über eine Million Kubikmeter umfassenden Holzmenge nach den Unwettern waren Thema einer Holzexpertenrunde am Dienstag im Forstassessorat.

Wer nimmt das Holz ab? Zu welchen Bedingungen? Wie viele Zwischenlager braucht es wo? Mit diesen Fragen befassten sich rund 20 im Bereich Holz Tätige auf Einladung von Forstlandesrat Arnold Schuler (im Hintergrund). - Foto: LPA
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Wer nimmt das Holz ab? Zu welchen Bedingungen? Wie viele Zwischenlager braucht es wo? Mit diesen Fragen befassten sich rund 20 im Bereich Holz Tätige auf Einladung von Forstlandesrat Arnold Schuler (im Hintergrund). - Foto: LPA - Foto: © LPA

Ging es in den ersten Tagen nach den Unwettern vor einer Woche in den beschädigten Wäldern zunächst um die Sicherheit und das Freischneiden von Wegen, stellt sich nun die Frage, wie mit der überaus großen Menge an Holz umzugehen ist, erst danach können die Aufforstungen zum Thema werden.

Diese Vorgangsweise bezüglich Sicherungs- und Aufräumungsarbeiten sowie der Umgang mit den großen Mengen an Schadholz wurden am Dienstag in den Räumen des Ressorts von Land- und Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler diskutiert. An dem rund eineinhalbstündigen Treffen beteiligten sich neben Exponenten der Forst- und Landwirtschaftsabteilung und der Landesdomäne auch Vertreter des Südtiroler Bauernbundes, der Sägewerksbesitzer, der Holzarbeiter, des Energieverbandes, des Bereiches Holz im Landesverband der Handwerker.

Kein Holz von außerhalb zukaufen

Es sei ein erweiterter Solidaritäts-Tisch, der in dieser Notlage aus der vor drei Jahren eingerichteten Expertenrunde im Bereich Holz herausgewachsen ist, unterstrich Landesrat Schuler. Wichtig sei für die kommende Zeit, dass kein Holz von außerhalb zugekauft werde.

Zunächst, unterstrich Landesrat Schuler, gehe es nun darum, innerhalb der nächsten 14 Tage den Bedarf und die Kapazitäten hinsichtlich Hackschnitzel, Brenn- und Nutzholz zu erheben sowie die Möglichkeit und die Orte der Lagerung. Dabei geht es vor allem auch um die Nasslager, in denen das Holz frisch und weiß gehalten wird und vor Verbläuungen oder Käfern verschont bleibt. Auch gelte es, die Richtpreise festzulegen sowie die Möglichkeiten auszuloten, Messungen anders als gewohnt vorzunehmen.

Rotationsfonds für Vorfinanzierung?

Was die Finanzierung betrifft, wird die Möglichkeit eines Rotationsfonds zur Vorfinanzierung von Investitionen und Holzankauf überprüft. Auch in Bezug auf den Transport muss abgewogen werden, wieviel Spielraum der Notstand lässt. „Was jetzt vonnöten ist“, unterstrich Landesrat Schuler, „ist Solidarität und Kommunikation, die Informationen müssen zusammenlaufen“. Ein Managementplan und Leitfaden wird ausgearbeitet, in dem alle besprochenen Aspekte berücksichtigt und festgelegt werden.

Ziel sei es, alles aufzuarbeiten, hob der Vertreter der rund 100 Sägewerkbesitzer Peter Prader hervor. Ein Großteil der Sägewerkbesitzer habe jetzt bereits Holz eingekauft und sei bis zum Frühjahr eingedeckt. Hinsichtlich der Bringungskosten sei zu überdenken, dass diese bei unterschiedlichen Erschwernissen nicht überall dieselben sein könnten.

Lagerkapazitäten werden überprüft

Thomas Egger vom Südtiroler Energieverband erklärte, es bestünden Möglichkeiten zu Pufferkapazitäten. Von den über 70 Fernheizwerken sind 50 Mitglieder des Energieverbandes; dieser wird nun seine Mitglieder nach Lagerkapazitäten befragen.

Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler unterstrich, dass der Notstand eine entbürokratisierte Abwicklung ermöglichen solle. Nun gehe es hauptsächlich darum, dass Private und Gemeinden mit Unterstützung des Bauernbundes Lagerplätze schaffen und Säge- und Hackschnitzelwerke ebenfalls solche ausfindig machen. Für die Energieversorgung soll regionales Holz verwendet werden. Der Bauernbund ist kapillar aufgestellt und übernimmt Koordinierungsarbeiten mit Unterstützung des Forstdienstes.

stol/lpa

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