Freitag, 06. November 2015

Unwissenheit schützt vor Gefängnis

In erster Instanz waren die beiden Männer am Bozner Landesgericht zu 3,5 bzw. 5 Jahren Haft verurteilt worden. Am Oberlandesgericht in Bozen wurde das Urteil nun für nichtig erklärt, da die beiden nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden waren, dass sie rechtskräftig verurteilt waren.

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Foto: © D

Was klingt wie ein Schildbürgerstreich, ist reinste juridische Spitzfindigkeit. Zwei Männer waren für Überfälle und Diebstähle, die sie im Jahr 2004 in Südtirol begangen haben sollen, am Bozner Landesgericht in erster Instanz zu Haftstrafen von 3 Jahren und 6 Monaten bzw. 5 Jahren verurteilt worden.

Von den beiden Verurteilten fehlte aber jede Spur – bis zum Vorjahr. 2014 betraten die beiden wieder italienischen Boden und wurden aufgrund der seit 3 Jahren rechtskräftigen Verurteilung hinter Gitter gebracht.

Dort aber sollten sie nicht lange bleiben. Ihre Verteidiger Nicola Nettis und Corrado Faes führten nämlich ins Feld, dass ihre Mandanten nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden waren, dass gegen sie ein rechtskräftiges Urteil vorlag.

em/D

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Mit diesem Argument hatte sich am Donnerstag das Oberlandesgericht zu befassen. Es setzte die Albaner wieder auf freien Fuß. Warum das gesamte Verfahren gegen die Männer für null und nichtig erklärt wurde und wieso die beiden am Ende gar Schadenersatz fordern könnten, lesen Sie in der Freitag-Ausgabe der „Dolomiten“.

stol