Wer in St. Ulrich unterwegs war, hat sie sicher gekannt. Täglich machten sie ihre Kaffeerunde im Dorf, immer zusammen, sich gegenseitig stützend: Maria und Christian (Christl) Runggaldier. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1116180_image" /></div> <BR /><BR />Christian wurde 1935 als Zweites von 5 Kindern der Familie Janon geboren. Als kleiner Junge lernte er von seinem Vater das Schnitzen. Er übernahm das Holzschnitzerei-Geschäft und kümmerte sich nebenbei als leidenschaftlicher Imker um seine Bienen. Doch seine große Liebe galt der Musik: 53 Jahre war Christl im Musikverein St. Ulrich tätig, unter anderem als Vizekapellmeister und Schriftführer. Mit 2 Freunden gründete er die „ Grödner Jimmy“ und später die Gruppe der Alphornbläser. <BR /><BR />Maria wurde 1936 als Viertes von 5 Kindern auf dem Hof Lavies in Pufels geboren. Als kleines Mädchen zog sie mit ihrer Tante nach Welschnofen, wo sie die Mittelschule besuchte und oft auf sich allein gestellt war. Schon in jungen Jahren half Maria auf dem Hof und im Gasthaus fleißig mit. Sie bediente Gäste, putzte die Zimmer und arbeitete auf den Feldern. <BR /><BR />Dort kreuzten sich auch zum ersten Mal ihre Wege: Im Gasthaus lernten sich die beiden kennen. Christl ging immer zu Fuß nach Pufels, um seine Maria zu besuchen. Während sie ihrer Arbeit nachging, wattete und musizierte er inzwischen mit ihrer Familie. So haben sie sich immer mehr ineinander verliebt und1960 schließlich geheiratet.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1116183_image" /></div> <h3> 64 Jahre glückliche Ehe</h3>Von diesem Tag an war das Ehepaar unzertrennlich. Sie hatten 5 Kinder, 14 Enkelkinder und 8 Urenkel, zu denen sie allesamt regen Kontakt pflegten. <BR /><BR />Christl war bis zuletzt noch viel in den sozialen Medien unterwegs, er kannte sich mit dem „Flight- und Ship-Radar“ aus, sodass er jede Reise seiner Kinder und Enkel verfolgen konnte. Maria hingegen las gerne, hat sich um die Familie gekümmert, gestrickt oder gehäkelt. <BR /><BR />Maria und Christl konnten nachts nicht immer gut schlafen. Dann standen sie beide auf, gingen in die Stube und machten einen „Watter“ bis die Müdigkeit sich wieder bemerkbar machte.<BR /><BR />Über das Watten wurde akribisch buchgeführt und jedes Spiel schriftlich festgehalten. Am Ende des Monats kam dann die Abrechnung: Für den Sieger zeichnete Christl jedes Mal einen Pokal. Im Laufe der Jahre sind so unzählige Pokale zusammengekommen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1116192_image" /></div> <BR /><BR />Das Leben der Beiden war geprägt von einem unerschütterlichen „Gemeinsam, immer gemeinsam“. Man hat sie stets Seite an Seite gesehen. Selbst ihre Gesundheit schien sich abzustimmen: Hatte einer von ihnen ein Problem, etwa mit dem Herzen, ließ der Zweite nicht lange auf sich warten, bis er das Gleiche spürte. <h3> Bis dass der Tod euch scheide</h3>Des Öfteren haben die beiden davon geredet, auch die letzte Reise gemeinsam antreten zu wollen: „Schön wäre es, zusammen wegzugehen.“<BR /><BR />Bis Anfang Dezember letzten Jahres erfreuten sich Maria und Christl bester Gesundheit, lediglich Altersbeschwerden zählten zu ihren täglichen Herausforderungen. Mitte Dezember verschlechterte sich ihr Zustand, die Familie überlegte daraufhin, Pflegebetten und personelle Unterstützung für das Paar zu organisieren. <BR /><BR />Ein Arzt kam am Nachmittag des 17. Dezember zu einer Abklärung des Gesundheitszustandes nach Gröden. Die Diagnose des Arztes war klar: Ein Pflegebett würde sich nicht mehr rentieren, er glaube nicht, dass die Beiden die Nacht überleben würden.<BR /><BR /> Die Familie ahnte, dass die Zeit von Maria und Christl Runggaldier gekommen war.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1116642_image" /></div> <BR /><BR />In den frühen Morgenstunden des 18. Dezembers 2024 schlief Christl Runggaldier im Alter von 89 Jahren im Beisein seiner Kinder friedlich ein.<BR /><BR />Nur eine Stunde später folgte ihm seine Frau, Maria Runggaldier, im Alter von 88 Jahren.<BR /><BR />Kurz vor Mitternacht reichten sie sich noch einmal die Hand, bevor sie ihre letzte gemeinsame Reise antraten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1117467_image" /></div>