Donnerstag, 01. März 2018

Urbane Armut macht Jugendliche zu Rauchern

Mit 94 Prozent weisen fast alle Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren aus sozialschwachen Stadtteilen San Franciscos eine merklich messbare Belastung durch Rauchwaren auf. Zu diesem Fazit kommt eine medizinische Studie von Wissenschaftlern der University of California, San Francisco um Forschungsleiter Neal L. Benowitz, die kürzlich im Fachmagazin "Cancer Epidemiology" erschienen ist.

Am Rauchen trägt urbane Armut eine Mitschuld.
Am Rauchen trägt urbane Armut eine Mitschuld. - Foto: © shutterstock

Riskantes Passivrauchen

Zur betroffenen Gruppe zählen auch Passivraucher, an denen laut der Studie afro-amerikanische Teens und Twens den größten Anteil haben. Benowitz sieht speziell auch im Passivrauchen eine besondere Herausforderung für das Gesundheitssystem und fordert anhand der Ergebnisse entsprechende Initiativen, da sich durch passiven Konsum weitere Risiken für Atemwegsinfektionen erhöhen, Asthma verschlimmert und die Wahrscheinlichkeit steigt, zum aktiven Raucher zu werden. In einer vorangegangenen Studie hatten Benowitz und seine Forscherkollegen herausgefunden, dass 87 Prozent der Erwachsenen aus sozial benachteiligten Umfeldern eine merkliche Nikotin-Belastung aufwiesen.

Häufige Griff zur Zigarette ist milieubedingt

Dass der häufige Griff zum Glimmstängel milieubedingt ist, lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Europas Ballungszentren übertragen. Bereits 2006 zeigte eine Umfrage des Robert-Koch-Instituts zum Thema "Soziale Unterschiede im Rauchverhalten und in der Passivrauchbelastung", dass in Industrieländern immer deutlicher werde, dass sozial benachteiligte Menschen generell häufiger zur Zigarette greifen als sozial besser gestellte. Demnach gab es den stärksten Raucheranteil in unteren sozialen Schichten. Besonders betroffen waren Männer mit niedrigem Bildungsniveau sowie die Altersgruppe der 18- und 19-Jährigen, von denen jeder Zweite aktiv rauchte.

stol

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