Samstag, 19. Dezember 2020

Urteil bestätigt – keine Falschaussage von Roms Bürgermeisterin

Ein italienisches Berufungsgericht hat den Freispruch von Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi in einem Prozess wegen Vetternwirtschaft bestätigt. Das berichteten italienische Medien am Samstag.

Virginia Raggi war vor gut 4 Jahren vorgeworfen worden, die Antikorruptionsbehörde angelogen zu haben. (Archivbild)
Virginia Raggi war vor gut 4 Jahren vorgeworfen worden, die Antikorruptionsbehörde angelogen zu haben. (Archivbild) - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI / Z4Z
Die Entscheidung sei mit Applaus der Anwesenden im Gerichtssaal begrüßt worden. „Das ist mein Sieg und der meines Teams und der Menschen, die in diesen 4 Jahren der politischen, aber nicht menschlichen Einsamkeit an meiner Seite waren“, sagte Raggi im Anschluss an die Verhandlung vor Journalisten. „Bürgermeisterin Raggi ist auch in der Berufung freigesprochen. Mache weiter wie immer mit erhobenem Haupt“, schrieb Italiens Schulministerin und Parteifreundin Raggis, Lucia Azzolina, in den sozialen Medien.

Raggi war vor gut 4 Jahren vorgeworfen worden, die Antikorruptionsbehörde angelogen zu haben. Sie soll damals ausgesagt haben, dass Raffaele Marra, der frühere Personalleiter der Stadtverwaltung und gleichzeitig ihre „rechte Hand“, sie nicht beeinflusst habe, als sie dessen Bruder Renato zum Direktor des Tourismussektors befördert hatte. Raffaele war wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet worden. Das Gericht entschied 2018, Raggi habe nicht gelogen und sprach sie frei.

Der Freispruch dürfte für Erleichterung bei der Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) sorgen, der die 42-Jährige angehört. Eine Verurteilung hätte nach den Statuten der Protestpartei den Rücktritt Raggis nach sich gezogen. Die gebürtige Römerin ist die erste Frau an der Spitze der italienischen Hauptstadt und eine prominente Politikerin in den Reihen der M5S.

dpa