Mittwoch, 24. Februar 2021

Urteil gegen Tenti und Dalle Nogare bestätigt

Eineinhalb Jahre nach dem Urteil in erster Instanz erging am Dienstag das Urteil am Oberlandesgericht gegen Katia Tenti und Antonio Dalle Nogare. Es liest sich identisch, geändert haben sich lediglich die Namen der Richter darunter.

Am Oberlandesgericht wurde das Urteil gegen Katia Tenti und Antonio Dalle Nogare bestätigt.
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Am Oberlandesgericht wurde das Urteil gegen Katia Tenti und Antonio Dalle Nogare bestätigt. - Foto: © Erika Gamper
Demnach muss Tenti eine Bewährungsstrafe von 2 Jahren Gefängnis wegen Offenbarung und Nutzung eines Amtsgeheimnisses und Beeinträchtigung der Wahlfreiheit in einem Auswahlverfahren antreten, Dalle Nogare eine unbedingte Haft von 2 Jahren und 3 Monaten.

Die Anwälte Fabrizio Francia und Carlo Bertacchi waren sichtlich niedergeschlagen ob dieses Richterspruchs. Oswald Leitner, Silvia Monaco und Claudia Montagnoli werden in 60 Tagen die Urteilsbegründung hinterlegen.

Es ist davon auszugehen, dass Tenti und Dalle Nogare ihre Anwälte mit einer Kassationsbeschwerde betrauen. Allerdings ist dies ein Schritt mit ungewissem Ausgang – das wissen die Anwälte: Die Verjährungsfrist steht kurz bevor.

Bei 2 identisch lautenden Urteilen aus erster und zweiter Instanz werden Kassationsbeschwerden kurz vor dieser Frist nämlich häufig zurückgewiesen und das Urteil aus zweiter Instanz wird definitiv.

Nach der Verjährungsfrist kann einem Beschuldigten eine Straftat nämlich nicht mehr zur Last gelegt werden.

Für Katia Tenti, leitende Angestellte im Landesdienst, würde ein rechtskräftiges Urteil bedeuten, dass das Disziplinarverfahren, das gegen sie eingeleitet wurde und auf Eis liegt, weitergeführt würde. „Wir können natürlich nicht abschätzen, welche Folgen es für Tenti hat – aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Arbeitgeber ein Exempel statuieren möchte“, sagte Anwalt Fabrizio Francia gestern.

In erster Instanz hatte der Strafsenat in der Urteilsbegründung festgestellt, dass es aus seiner Sicht eine Absprache zwischen der ehemaligen Ressortdirektorin von Landesrat Christian Tommasini, Tenti, und dem Unternehmer Dalle Nogare, mit dem sie eine private Beziehung hatte, gegeben habe.

Sie habe etliche Schritte unternommen, damit die Wettbewerbsbedingungen für 100 Wobi-Wohnungen in Bozen auf Dalle Nogares Projekt zugeschnitten würden.

Tenti habe den Entwurf der Wettbewerbsbedingungen zu 100 in Bozen geplanten Wobi-Wohnungen im Sommer 2013 erhalten und auf Dalle Nogares Laptop geladen, die Unterlagen seien dann bei ihm mit „Korrekturen“ gefunden worden. In der Folge seien Details der Wettbewerbsbedingungen in diesem Sinne abgeändert worden – gebaut wurden die Wohnungen letztendlich nicht.

Abhörungen, deren Rechtmäßigkeit immer wieder von der Verteidigung in Frage gestellt wurden, hätten die Thesen der Staatsanwaltschaft laut den Richtern des Landesgerichts unter Vorsitz von Carlo Busato untermauert.

In 2 Monaten wird auch die Begründung der Richter des Oberlandesgerichts vorliegen.

uli